27. February 2018 - 16:38

Romantische Komödien/Romantic Comedies

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10. February 2018 - 15:28

Magisch Verflucht

MagischVerflucht ebook

Gemeinschaftsprojekt mit Cina Bard

Leseprobe

Rezensionen

English title: Magically Cursed

Ebook:   wird voraussichtlich am 30. April 2018 veröffentlicht

Softcover: wird voraussichtlich am 30. April 2018 veröffentlicht

Hardcover: nur über die Autorin bestellbar

Genre: Fantasy, Romantasy, Urban Fantasy, Märchen

 

Inhalt:

Wie kannst du dein Heimatdorf davor bewahren, sich in eine dunkle Märchenwelt zu verwandeln, in der sich alle Bewohner gegenseitig umbringen, wenn in dir selbst die böse Königin zum Leben erwacht?

Beine hochlegen und ausruhen, ausruhen, ausruhen. Das sind Ellis Vorsätze für die Semesterferien, die sie in ihrem Heimatstädtchen verbringt. Als sie jedoch mit ihrer kleinen Nichte auf dem Dachboden des alten Familiensitzes auf ein antikes Märchenbuch stößt, kommt alles ganz anders. Denn auf dem Buch lastet ein gefährlicher Fluch, der sämtliche Bewohner des Dorfs ins Verderben stürzen könnte. Schnell findet Elli heraus, dass sie die Hilfe ihres ehemals besten Freundes Tristan braucht, um alle zu retten. Tristan, den sie vor fünf Jahren furchtbar betrogen und verraten hat. Kann er ihr noch rechtzeitig verzeihen – obwohl sich in ihr selbst bereits eine dunkle Macht regt?

 

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27. December 2017 - 03:13

Lyamar – Vergessene Welt (Fantasy-Reihe)

Um zu den Leseproben und weiteren Infos zu gelangen, einfach auf die Cover klicken!

LyamarBand1ebook   LyamarBand2ebook3

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27. December 2017 - 03:08

Lyamar – Vergessene Welt – Band 2: Fluch des Magiers

LyamarBand2ebook3

 

Band 2 der Lyamar-Reihe, die eine Fortsetzung der Falaysia-Reihe ist

Leseprobe 1

Leseprobe 2

Rezensionen

English title: Lyamar – Forgotten World – Book 2: The Magician’s Curse

Ebook:   4,99 € bei Amazon, Thalia, Hugendubel, Weltbild, ebook.de, Kobo, bücher.de, etc.

Softcover: 12,99 € bei Amazon oder epubli; auch überall im Buchhandel unter der ISBN: 9783746704180

Hardcover: nur über die Autorin bestellbar

Genre: Fantasy, Romantasy; Fantasy, Romantasy

 

Inhalt:
Während Melina in der modernen Welt durch die ‚Freien‘ in große Bedrängnis gerät, müssen auch Jenna und ihre Freunde in Lyamar jeden Schritt mit großer Vorsicht tun, denn der vergessene Kontinent birgt einige Geheimnisse, die es ihnen erheblich erschweren, mehr über die Machenschaften des Zaubererbundes herauszufinden. Zudem ist der Feind bereits auf der Suche nach ihnen und scheint vor nichts zurückzuschrecken, um seine Gegner auszuschalten.
Als auch noch ein alter Fluch zum Leben erweckt wird, geraten vor allem Jenna und Marek in große Gefahr.

 

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27. December 2017 - 02:59

Leseprobe zu Lyamar Band 2

Liebe Leser,

 

als kleines, verspätetes Weihnachtsgeschenk gibt es für alle Neugierigen, die nichts gegen kleinere Spoiler haben, das fünfte Kapitel von Lyamar – Vergessene Welt – Band 2: Fluch des Magiers hier als Leseprobe! Dieses Kapitel ist noch nicht lektoriert, das heißt, es kann sich daran noch durchaus etwas ändern und es wird mit Sicherheit nicht fehlerfrei sein. Allen, die es trotzdem lesen wollen, wünsche ich ganz viel Spaß dabei.

Alles Liebe,

eure Ina

 

 

 

Bedroht

 

Viel hatte sich am nächsten Morgen nicht geändert – außer vielleicht, dass jeder in ihrer Gruppe beim Verlassen der schützenden Ruine noch angespannter war als am Vortag. Ihnen allen war bewusst, dass sie sich nicht nur tiefer in den Dschungel Lyamars hineinbewegten, sondern auch ihren Feinden mit jedem Schritt näher kamen.

Die Gespräche zwischen ihnen reduzierten sich dadurch nur auf das Notwendigste und wenn man sich austauschte, tat man das nur noch sehr gedämpft und mit den Menschen, die direkt neben einem liefen. Für Jenna hieß das, sich hauptsächlich nur mit Benjamin und Leon unterhalten zu können, weil Sheza ohnehin nicht die kommunikativste Person war, Kilian und Silas ihr noch zu fremd waren und Enario Mareks Gesellschaft bevorzugte. Der wiederum sorgte weiterhin für einen möglichst großen Abstand zu ihr und ignorierte sie auch anhaltend während der kurzen Pausen, die sie ab und an machten, um nicht zu erschöpft für einen möglichen Kampf zu sein.

Jenna gab sich wirklich große Mühe, aber ihr Ärger über das Verhalten des Kriegers schwoll immer weiter an, bis sie es schließlich kurz vor Erreichen der Menjak-Höhlen nicht mehr aushielt, die Schultern straffte und auf Marek zuging. Ihre Gruppe hatte sich am Rand der weiterhin üppig bewachsenen, höher liegenden Regionen Lyamars unter einen großen Felsvorsprung zurückgezogen, um eine letzte Pause vor Betreten der Höhlen einzulegen, und selbstverständlich hatte der Bakitarer einen Platz für sich ausgewählt, der möglichst weit von Jennas entfernt war.

Sie wusste nicht genau, ob er bereits aus der Ferne bemerkt hatte, was sie vorhatte, oder es nur Zufall war – aber kurz bevor sie ihn erreichte, schulterte er sich seine Tasche und verkündete laut für alle, dass er sich schonmal den Eingang zum Höhlensystem und die ersten Meter des Tunnels ansehen wolle. Nur um sicherzugehen, dass sie nicht gleich zu Beginn in Schwierigkeiten gerieten.

Jenna hielt mitten in ihrer Bewegung auf ihn zu inne und konnte es sich nicht verkneifen einen frustrierten Laut von sich zu geben, als der Krieger seinen Plan sofort in die Tat umsetzte. Der Ärger, der in ihr köchelte, blubberte sofort noch höher.

„Die Götter werden zürnen“, sagte Ilandra, die sie trotz ihrer zuvor geäußerten Bedenken zumindest bis hierher begleitet hatte, laut und deutlich und nur deswegen blieb Jenna stehen und folgte Marek nicht sofort hinein ins Dickicht. „Noch könnt ihr Böses verhindern – wenn ihr kommt mit mir. Ich euch sicher führ nach Avelonia.“

„Ach ja?“, fragte Silas argwöhnisch. „Und warum solltest du das tun? Dein Volk hat diesen komischen Zauberstein gestohlen, um ihn an Ano zurückzugeben. Warum solltest du uns helfen, ihn zurückzuholen?“

„Da hat er nicht unrecht“, stimmte Enario ihm mit einem kleinen Schmunzeln zu. „Es ist schon seltsam, dass du uns sowas anbietest.“

„Ich helfe nicht, um Cardasol zurückholen“, verteidigte sich die M’atay sofort und auch in ihren Augen blitzte Verärgerung auf. „Ich helfe, um von Ma’harik zu lernen.“

„Aber müsstest du dann nicht mit ihm in die Tunnel gehen?“, wandte Silas spitzfindig ein.

„Ich kannen ihn auch finden, wenn ihr wieder rauskommt“, erwiderte Ilandra stolz. „Ich bewegen mich schneller im Dschungel als ihr.“

„Aber nicht, wenn du uns mitnimmst“, mischte sich nun auch Sheza mit kritisch zusammengezogenen Brauen ein. „Warum willst du das also tun?“

Das Misstrauen der M’atay gegenüber schien mit jedem Wort, das gesprochen wurde, zu wachsen und Jenna sah rasch hinüber zu der Stelle, an der Marek in den Dschungel verschwunden war. Seine Abwesenheit tat keinem von ihnen gut.

„Hey“, ging nun glücklicherweise Leon dazwischen und hob in einer beruhigenden Geste die Hände. „Ilandra hat uns bisher wunderbar geholfen und ich glaube ihr, wenn sie sagt, dass sie das weiterhin tun will. Also beruhigt euch wieder. Niemand muss mit ihr mitgehen. Es war nur ein nett gemeinter Vorschlag.“

„… verbunden mit der Drohung, dass die Götter uns sonst bestrafen werden“, setzte Kilian leider hinzu und Silas pflichtete ihm sofort bei.

Jenna schüttelte frustriert den Kopf und lief einfach los. Sie glaubte zwar nicht, dass die Situation extrem eskalieren würde, aber sie brauchten Marek jetzt und wenn sie ohnehin kurz mit ihm allein war, konnte sie ihn auch gleich auf seine unnötige Distanz zu ihr ansprechen. So ging das ja nicht weiter.

„Keine Drohung – Warnung“, konnte sie Ilandra noch sagen hören, bevor sie außer Hörweite war.

Den Eingang zum Höhlensystem in der nicht allzu steilen Felswand vor ihr zu entdecken, war nicht sonderlich schwer. Es wuchsen zwar auch um ihn herum viele Pflanzen, aber Marek hatte sich seinen Weg dorthin teilweise mit dem Schwert gebahnt und dadurch eine Art Wegweiser erschaffen. Von dem Krieger war nichts mehr zu sehen, also musste er wohl bereits im Eingang verschwunden sein.

Jenna zögerte nicht lange und begann den Hang relativ zügig zu erklimmen. Wut war anscheinend ein guter Ansporn und konnte einem mehr Kraft geben, als man noch zu besitzen meinte. Sie hatte die Tunnelöffnung fast erreicht, als Marek wieder aus dieser herauskam. Seine Hand zuckte kurz zum Schwert, dann hatte er sie auch schon erkannt und runzelte verärgert die Stirn. Als ob er ein Anrecht darauf hatte!

„Warum bist du nicht bei den anderen?!“, fuhr er sie von oben an. Seine Augen blieben jedoch nicht lange bei ihr, suchten stattdessen rasch die Umgebung ab.

„Weil wir dich da unten brauchen!“, erwiderte sie geradeheraus. „Und weil ich mit dir reden muss!“

„Geh zu den anderen!“, forderte er, als hätte er ihre Antwort gar nicht vernommen, und sah sich erneut um.

„Nein!“, stieß sie aus und kletterte weiter zu ihm hinauf. „Nicht, bevor du mir erklärt hast, warum du mir ständig aus dem Weg gehst!“

„Das hatten wir doch geklärt“, brummte er zurück. „Wir haben keine Zeit, um über uns zu reden! Daran hat sich nichts geändert!“

„Wir haben beschlossen zusammenzuarbeiten und erst einmal wie Freunde miteinander umzugehen“, erinnerte sie ihn verärgert und hatte endlich die Ebene erreicht, auf der er sich befand. „Aber das tust du nicht. Weder das eine noch das andere. Du ignorierst mich und das habe ich nun wirklich nicht verdient!“

Marek schloss resigniert die Augen und schüttelte den Kopf. „Ich ignoriere dich nicht“, belog er sie und sich selbst und machte sofort einen Schritt zurück, als sie noch näher kam.

„Doch tust du!“, korrigierte sie ihn sofort. Es fiel ihr immer schwerer, sich zu beherrschen, den Schmerz zu bekämpfen, den sein Verhalten in ihr erzeugte.

Marek kniff die Lippen zusammen und atmete tief durch. „Selbst wenn – wir können das nicht jetzt diskutieren.“

„Warum nicht?“, stieß sie fast trotzig aus.

„Weil irgendwas hier nicht stimmt“, war die überraschende Antwort und da war er wieder, der Rundumblick, dem eine leichte Nervosität innewohnte.

Jenna öffnete den Mund, brachte aber nichts heraus. Stattdessen sah sie sich ebenfalls rasch um, versuchte sich auf die Außenwelt zu konzentrieren. Es war nichts Verdächtiges zu sehen oder zu hören, dennoch überkam auch sie mit einem Mal das Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung war. Sie schloss die Augen, um mental ihre Umwelt abzusuchen und schrak zusammen, weil Marek sie plötzlich am Arm packte.

„Nicht!“, raunte er ihr zu und schüttelte nachdrücklich den Kopf. „Wenn die Freien tatsächlich in der Nähe sind, wie ich glaube, spüren sie dich.“

Jenna wusste, dass es Wichtigeres gab, worauf sie sich jetzt konzentrieren musste, aber Mareks warme Hand, die ihren Unterarm umschlossen, brachte sie vollkommen aus dem Takt. Sie starrte diese an, die langen Finger, die Sehnen, die sich unter der braunen Haut abzeichneten, und sofort kamen Erinnerungen in ihr auf, die äußerst unangebracht waren.

Der Krieger ließ sie ruckartig los, doch nicht, weil es ihm genauso ging wie ihr, wie sie mit einem Blick in sein plötzlich schmerzverzerrtes Gesicht feststellte.

„Marek!“, stieß sie erschrocken aus, als er sich auch noch zusammenkrümmte, die Hände auf die Schläfen presste und mit dem Oberkörper nach vorn kippte. Sie packte ihn an den Schultern, stützte ihn, so gut es ging, und sah voller Sorge in sein zuckendes Gesicht. Ein lautes Krachen im Hang weit über ihnen ließ sie erschrocken zusammenfahren und mit dem nächsten Atemzug begann der Boden unter ihren Füßen zu beben.

Marek kam mit einem entsetzten Keuchen ruckartig zu sich, packte sie und stürzte los, auf den Höhleneingang vor ihnen zu. Jenna lief kaum selbst, wurde einfach mit ihm mitgerissen, dennoch trafen sie mit dem nächsten Atemzug ein paar Steine schmerzhaft an Schultern und Kopf, bevor sie den Schutz der Höhle erreichen konnten. Sie schrie auf und stolperte, wurde wieder hochgerissen und prallte gegen Mareks Körper, der sogleich einen Satz nach vorne machte und sich schließlich mit ihr zusammen zu Boden warf. Sie fühlte seine Hände an ihrem Rücken und Oberschenkel, wurde noch einmal herumgewirbelt, sodass Marek auf ihr zu liegen kam, und kniff mit einem unterdrückten Schrei die Augen zusammen, als dicht neben ihnen massive Gesteinsbrocken aufschlugen, dabei Sand und kleinere Steine durch die Luft schleuderten.

Keiner davon traf Jenna, weil Mareks Körper ihren vollkommen abschirmte und er auch noch seine Arme schützend um ihren Kopf gelegt hatte, dennoch ließ der ohrenbetäubende Krach ein leises Wimmern über ihre Lippen dringen. Die Erde unter ihnen bebte noch kurz nach, dann war der Spuk halbwegs vorbei und sie konnte nur noch das Rieseln von kleinerem Geröll und Sand vernehmen. Sofort die Augen zu öffnen, wagte sie dennoch nicht. Stattdessen klammerte sie sich panisch an Marek, als wäre er der letzte Halt, den es in dieser Welt für sie gab. Ihr Herz raste und sie musste immer wieder husten, weil ihr trotz des menschlichen Schutzschildes über ihr feiner Staub in Nase und Mund drang.

Es war Marek, der als erster wieder zu sich fand, sich auf seine Unterarme stützte und eine Hand an ihre Wange hob, um ihr vorsichtig das Haar aus dem Gesicht zu streichen. „Jenna?“, keuchte er besorgt. „Bist du okay?!“

Sie blinzelte und fühlte, wie sofort Sandkörner in ihre Augen fielen, dort für ein unangenehmes Brennen sorgten.

„Ich … ich denke schon“, krächzte sie und hob den Kopf, sah fassungslos hinüber zum Eingang der Höhle, während sie fühlte, wie Marek erleichtert ausatmete.

Was sie dort sah, ließ jedoch das Blut in ihren Adern gefrieren. Es gab keinen Eingang mehr. Große und kleine Felsen türmten sich aufeinander bis hin zum obersten Rand der Öffnung. Lediglich ein ungefähr handbreit großer Spalt und ein paar andere kleinere Lücken in der neu entstandenen Wand ließen noch ein kleines Bisschen Tageslicht ins Innere des Ganges fallen.

„Oh, nein, nein, nein!“, kam es Jenna panisch über die Lippen und sie drückte Marek von sich weg, sodass er auf die Knie kam. Im Nu war sie auf den Beinen taumelte hinüber zu dem Geröllhaufen. Sie waren eingesperrt, von den anderen abgeschnitten! Den anderen … Ihr wurde ganz kalt und ihre Brust zog sich zusammen. Die anderen … Die Lawine hatte mit Sicherheit nicht bei ihnen Halt gemacht …

„Jenna“, vernahm sie Mareks Stimme, spürte, dass er hinter sie trat, während das Gefühl von ihr Besitz ergriff, nicht mehr richtig atmen zu können. Sie rang nach Luft. Steinschläge waren tödlich, wenn man sie nicht kommen sah.

„Da gibt es kein Durchkommen mehr“, hörte sie ihren Begleiter wie aus weiter Ferne sagen.

Ihr Bruder! Leon! Die anderen! Wenn die Lawine sie unten genauso überrascht hatte wie sie hier oben …

„Nein, nein, nein!“, gab sie mit erstickter Stimme von sich, wehrte sich gegen die schrecklichen Vorstellungen, die in ihren Geist drangen. Hektisch begann sie die Steine abzutasten, gegen sie zu drücken. Sie musste hier raus, musste mit eigenen Augen sehen, was passiert war! Aber nichts bewegte sich und ihre Verzweiflung wuchs.

„Jenna“, versuchte Marek weiter zu ihr durchzudringen, „das macht keinen Sinn.“

„Oh Gott! Oh Gott!“, stieß sie aus, ohne auf ihn zu reagieren. Stattdessen zog und zerrte sie weiter an den Steinen, obwohl sich nur die kleinsten von ihnen herauslösten, ohne dass sich der Rest der Wand bewegte. Bald schon sah sie nur noch verschwommen, weil die Tränen nicht zurückzuhalten waren. Ihr Bruder! Sie hatte ihn doch gerade erst wieder in die Arme schließen können! … Wenn ihm etwas zugestoßen war … Wenn die Lawine ihn und die anderen unter sich begraben hatte …

„Jenna“, Marek berührte sie an der Schulter, doch sie schlug mit einem Schluchzen seine Hand weg, warf sich gegen den Geröllhaufen, sodass tatsächlich ein paar größere Steine in Bewegung gerieten und zu ihr hinunterpolterten. Einer fiel ihr dabei auf die Füße, doch der Schmerz, der ihr Bein durchfuhr, war nichts im Vergleich zu dem, der in ihrer Brust tobte. Sie hatte ihren kleinen Bruder verloren!

„Benny!“, schluchzte sie und riss einen weiteren Stein aus der Wand. „Benjamin!“

„Jenna!“ Sie wurde gegen ihren Willen herumgedreht und obwohl sie sich dagegen wehrte, umfassten Mareks Hände ihr Gesicht, hielten es eisern fest, sodass sie gezwungen war, ihn anzusehen. „Er ist nicht tot! Hörst du! Er ist nicht tot!“

Sie wollte ihm so gern glauben, doch die Panik und Verzweiflung, die an ihren Nerven rissen und zehrten, ließen sie nicht klar denken. Sie schluchzte nur weiter, zitterte am ganzen Leib und konnte kaum atmen.

„Jenna – wo waren die anderen, als du sie verlassen hast?“, verlangte Marek zu wissen und seine Augen hielten ihren Blick fest, machten es unmöglich, wegzusehen. „Wo haben sie gesessen?“

Ihr Verstand regte sich wieder, brachte die Bilder der letzten Minuten mit Benjamin und den anderen zurück. „U-unter einem … einem Felsvorsprung“, brachte sie stockend heraus.

„Ganz genau“, stimmte Marek ihr zu. „Unter einem großen, festen Felsvorsprung, den die Lawine mit Sicherheit nicht zerstören konnte, denn so groß war sie nicht.“

Jenna atmete stockend ein und wieder aus. Ganz langsam sanken seine Worte und deren Bedeutung in ihr Bewusstsein. Felsvorsprung. Nicht tot. Nicht tot …

Sie schloss die Augen und fühlte, wie weitere Tränen ihre Wangen hinunterrollten, bevor Marek sie sanft in seine Arme zog. Ihr Kopf sank von ganz allein nach vorn, gegen seine Brust, während ihre Hände Halt an seinem breiten Rücken suchten. Das Gefühl von absoluter Sicherheit, das sie in seinen Armen auch schon früher immer verspürt hatte, breitete sich unaufhaltsam in ihrem Inneren aus und ganz langsam kehrte ein wenig Ruhe in sie zurück. Vergessen waren alle negativen Gefühle der letzten Tage und die Zeit der Trennung. Sie war geschützt, geborgen … zuhause.

„Ich … ich dachte, ich hätte ihn verloren“, nuschelte sie in sein Hemd und sog dabei tief seinen Duft in ihre Nase. Gott, tat das gut!

„Ich weiß“, gab er leise zurück und sie hob den Kopf, sah ihm ins Gesicht, das ihrem viel zu nah war. Da waren die türkisfarbenen Sprenkel in seiner Iris, die seinen Augen diese intensive Farbe, diese Ähnlichkeit mit Eiskristallen gaben. Kalt waren sie augenblicklich nicht, sondern so warm, dass sich Jennas Kehle schon wieder zuschnüren wollte.

Marek lehnte sich zurück und sie ließ ihn ganz automatisch los, obwohl der größte Teil ihrer selbst sofort dagegen protestierte.

„Ich bin mir sicher, dass es allen gutgeht“, setzte er hinzu und wandte sich rasch von ihr ab, fuhr sich dabei etwas fahrig mit einer Hand durch das lockige Haar. „Wir finden schon wieder zueinander.“

Seine Zuversicht tat ihr gut und auch wenn er es mit Sicherheit nicht so gemeint hatte, keimte in ihr auch ein Fünkchen Hoffnung auf, dass sich seine letzten Worte nicht nur auf ihre gemeinsamen Freunde bezogen.

„Wir sollten jetzt bloß nichts überstürzen“, setzte er hinzu, während er mit in die Hüften gestemmten Händen den zugeschütteten Eingang der Höhle betrachtete.

Das war aus Jennas Sicht leichter gesagt als getan, denn trotz Mareks beruhigenden Äußerungen konnte Jenna ihre Sorge um die anderen nicht vollkommen abschütteln.

„Sollten wir nicht lieber gleich überprüfen, ob die anderen …“, begann Jenna, doch Marek schüttelte sofort den Kopf.

„Kein Einsatz von magischen Kräften“, erriet er ihren Gedanken ganz richtig. „Nicht, solange die ‚Freien‘ uns so nahe sind.“

„Meinst du, dass sie die Lawine ausgelöst haben?“, fragte sie beklommen und sah hinter sich in den dunklen Höhlengang – auch wenn ihre Feinde wohl kaum von dort kommen würden.

Marek nickte. „Ich bin mir sogar sicher.“

„Wie konnten sie uns entdecken? Wir waren doch so vorsichtig. Und warum haben sie gleich versucht uns zu töten?“

„Ich glaube nicht, dass das ihr Ziel war.“

Jenna zog verwirrt die Brauen zusammen. „Nicht?“

Der Krieger antwortete nicht, stattdessen hob er plötzlich warnend den Zeigefinger an den Mund und lehnte sich zum Geröllhaufen vor. Es dauerte einen Moment, bis Jenna die Geräusche hörte, die sein geschultes Gehör schon viel früher vernommen hatte: Schritte und Stimmen, gedämpft durch die Mauer aus Steinen vor ihnen.

Mareks Handbewegung war nur minimal, doch sie genügte, um Jenna dazu zu bewegen, schnell in die Hocke zu gehen, sodass man sie durch die wenigen Lücken im Geröll nicht erkennen konnte. Nicht für eine Sekunde hatte sie daran geglaubt, dass es ihre Freunde waren, die sich ihnen näherten.

„Da kommt keiner mehr durch“, sagte ein Mann draußen und die Geräusche, die dabei ertönten, ließen darauf schließen, dass er sogar ein Stück weit auf den Gesteinshaufen kletterte. „Da bewegt sich nichts mehr. Sitzt fest wie gemauert.“

„Es sei denn, man benutzt magische Kräfte wie wir“, wandte ein anderer ein.

„Uns soll das recht sein“, erwiderte der erste Sprecher, „dann können wir sie noch viel besser orten. Kommt jetzt. Wir müssen ausschwärmen.“

Die Schritte entfernten sich wieder und Jenna richtete sich sofort auf, suchte panisch Mareks Blick. „Wir müssen etwas unternehmen, die anderen warnen!“, zischte sie ihm zu.

Sein Kopfschütteln verstörte sie. „Die Lawine sollte ihnen Warnung genug gewesen sein“, gab er zu ihrem Unmut zurück. „Wir kommen hier nicht schnell genug raus, um etwas für sie tun zu können.“

Jenna starrte mit wieder viel zu schnell schlagendem Herzen den Steinhaufen an, streckte die Hand in dessen Richtung aus und ließ sie dann doch wieder sinken. „Aber wir … wir müssen etwas tun!“, stammelte sie, obwohl sie genau wusste, dass ihre Handlungsmöglichkeiten augenblicklich extrem begrenzt waren.

„Ja – wir suchen uns den schnellsten Weg aus dem Höhlensystem hinaus“, erwiderte Marek und wandte sich in die entgegengesetzte Richtung um.

„Wir lange wird das dauern?“, kam es Jenna besorgt über die Lippen, während sie nur halbherzig einen Schritt auf ihn zumachte. Es widerstrebte ihr zutiefst, sich in einer Situation wie dieser noch weiter von ihren Freunden zu entfernen.

„Keine Ahnung“, musste Marek nun auch noch sagen und ihr Herz verkrampfte sich. „Wahrscheinlich ein paar Stunden …“

„Ein paar Stunden!!“, kam es etwas schrill über ihre Lippen und sie wandte sich wieder dem zugeschütteten Eingang zu. „So viel Zeit haben die anderen nicht! Du hast doch gehört, was die ‚Freien‘ gesagt haben: Sie werden ausschwärmen und unsere Freunde einkreisen! Wir … wir müssen unserer Kräfte benutzen – wenigstens um sie zu warnen!“

Jenna schloss bereits ihre Augen, um sich zu konzentrieren und ihre Energien zusammenfließen zu lassen, doch Marek war mit einem Mal wieder neben ihr und packte sie am Arm. „Nein!“, raunte er ihr zu. „Wenn du das tust, werden sie uns alle erwischen!“

Sie schüttelte verzweifelt den Kopf, wollte sich nicht eingestehen, dass er recht hatte. „Selbst wenn sie uns orten – der Eingang der Höhle ist zugeschüttet! So schnell kommen die nicht zu uns durch“, entgegnete sie, „wir können dann immer noch fliehen und dann versuchen …“

„Die ‚Freien‘ sind schon sehr viel länger als wir in Lyamar“, ließ Marek sie schon wieder nicht ausreden, „meinst du nicht, sie kennen das Tunnelsystem und seine Ausgänge?“

„Aber … sie würden nicht wissen, aus welchem wir herauskommen“, kämpfte Jenna weiter, obwohl sie genau fühlte, dass es umsonst war. „Und zusammen sind wir stark. Deine Kräfte sind enorm und …“

„Ich kann aber auch nicht ein Dutzend Zauberer auf einmal aufhalten und das weißt du genau!“ Marek sah sie drängend an und sie hielt seinem Blick nicht lange stand, sah betrübt zu Boden. Er hatte einfach die besseren Argumente auf seiner Seite.

„Und wenn sie sie töten?“, sprach sie ihre schlimmste Sorge mit dünner Stimme aus.

„Das werden sie nicht tun“, behauptete er.

„Aber genau das haben sie doch gerade eben versucht!“, zischte Jenna, obwohl ihr eigentlich zum Schreien zumute war. Nichts tun zu können, während der Feind auf ihre Freunde Jagd machte, war ein entsetzliches Gefühl.

„Nein!“, widersprach Marek ihr. „Das war mit Sicherheit nicht ihr Ziel. Ich denke eher, dass sie uns den Weg in die Tunnel versperren wollte. Sie wollen uns fangen, nicht töten.“

„Soll mich das trösten?“, stieß Jenna bitter aus, obwohl sie zugeben musste, dass es das zumindest ein Stück weit tat. „Mein Bruder war erst vor ein paar Tagen eine Geisel dieser Leute und sie haben ihn alles andere als gut behandelt!“

„Ich weiß, denn ich war dabei“, erinnerte Marek sie mit leichtem Ärger in der Stimme.

„Aber jetzt bist du es nicht mehr!“, brachte sie mit belegter Stimme heraus und feuerte damit noch ihre Sorgen weiter an. „Wer weiß, was sie ihm antun, allein schon weil er bereits einmal geflohen ist. Er ist doch noch ein Kind!“

„Jenna, unsere Freunde sind schlau“, wandte der Krieger nun schon wieder etwas verständnisvoller ein. „So leicht lassen die sich nicht fangen. Und sie haben Ilandra an ihrer Seite. Niemand kennt sich in Lyamar besser aus als die M’atay. Sie wird ihnen helfen, sich zu verstecken. Niemand wird heute den ‚Freien‘ in die Falle gehen.“

Sie hatte große Mühe, seinen Worten zu glauben und ihr enorme Angst um ihre Freunde und ihren Bruder unter Kontrolle zu bringen. Die Unwissenheit darüber, was mit ihnen geschehen war und ob sie den Freien auch allein gewachsen waren, war zermürbend und erschwerte es, ihren Verstand zu aktivieren.

„Und wenn doch?“, brachte sie nur sehr kläglich hervor.

„Dann werden wir sie befreien, sobald wir aus dem Höhlensystem heraus sind“, bemühte Marek sich weiter darum, sie zu beruhigen. „Das können wir allerdings nur, wenn wir unentdeckt bleiben und nicht auch noch in Gefangenschaft geraten.“

Jenna gab einen frustrierten Laut von sich und schloss die Augen, versuchte ruhiger zu atmen und damit das Gefühlschaos in ihrem Inneren in den Griff zu bekommen. Sie konnte Marek vertrauen. Meistens wusste er ganz genau, was er tat, und war nicht nur ein Magier und Krieger, sondern auch ein hervorragender Stratege. Früher hatte sie sich auch immer auf ihn verlassen. Sie durfte ihr Urteilsvermögen nicht durch die Enttäuschung über seinen Rückzug vor zwei Jahren und ihre eigenen dünnen Nerven trüben lassen.

„Versprichst du mir bitte, dass du nicht versuchst, deinen Bruder oder Leon zu kontaktieren?“, vernahm sie Mareks Stimme und hob die Lider um ihn anzusehen. „Auch nicht, wenn ich mal unaufmerksam bin?“

Sein Blick war ernst und prüfend. Sie schluckte schwer, musste noch einmal tief einatmen, um nicken zu können.

„Gut“, sagte er und wenn sie sich nicht täuschte, atmete er sogar erleichtert auf, bevor er sich zur dunkleren Höhlenseite umwandte. „Ich weiß, dass du es mit Sicherheit jetzt sehr eilig hast, aber wir müssen auch hier in den Höhlen sehr vorsichtig sein.“

„Wieso? Glaubst du jetzt plötzlich an Ilandras Schauergeschichten?“, fragte sie etwas zu schnippisch.

Marek sah sie von der Seite an. Seine Brauen bewegten sich ein wenig aufeinander zu. „Ich glaube nicht an Flüche – aber ich weiß von dem Talent der alten Zauberer, äußerst intelligente und gefährliche Fallen zu bauen.“

Das hatte sie schon fast wieder ganz vergessen. Auch sie beide waren hier nicht wirklich sicher

Jenna seufzte tief und schüttelte frustriert den Kopf. „Lass uns einfach den schnellsten Weg hier raus finden“, sagte sie zu ihm. Ihre Augen richteten sich auf das Dunkel vor ihnen. „Hätte ich doch bloß meinen Rucksack mitgenommen.“

„Warum? Um ihn uns voran zu werfen, damit die möglichen Fallen ihn und nicht uns erwischen?“, schmunzelte Marek.

Jenna verdrehte die Augen, auch wenn sie ihm dafür dankbar war, dass er versuchte, sie ein wenig aufzuheitern. „Nein, du Scherzkeks – weil darin unter anderem ein Feuerzeug zu finden ist.“

„Oh.“

„Ja – oh!“, bestätigte sie. „Ich habe nicht umsonst darauf gedrängt, ihn von den M’atay wiederzubekommen. Dieses Mal bin ich nämlich ziemlich gut ausgerüstet hergekommen.“

„Toll“, merkte er wenig enthusiastisch an.

„Mehr fällt dir dazu nicht ein?“

„Doch: schön wär’s gewesen.“ Er schenkte ihr ein knappes Lächeln, bevor er langsam weiter auf die Dunkelheit zuging, und Jenna folgte ihm nur zögerlich. Wenn es hier Fallen gab, war es äußerst gefährlich, weiter sprichwörtlich im Dunkeln zu tappen.

Marek schien das ähnlich zu sehen, denn er hielt nicht auf die Mitte des Ganges zu, sondern blieb so nahe an einer der Wände, dass er diese problemlos beim Laufen mit der Hand abtasten konnte. Erinnerungen kamen in Jenna hoch und sie tat es ihm nach, ließ ihre Finger über die Felswand auf der anderen Seite gleiten. Ihr Herz machte einen kleinen Sprung, als sie den Anfang einer tiefen, langen Rille ertastet, die jemand vor langer Zeit dort in den Felsen gehauen haben musste. In der Rille befand sich eine Art Sand und als sie die Finger an ihre Nase brachte, wusste sie, dass sie tatsächlich gefundene hatte, wonach Marek suchte.

„Hier drüben!“, rief sie ihm zu, während sie am Anfang der Einbuchtung zwei glatte Steine erfühlte und diese herausnahm.

„Wenn man einmal eine Sache erfunden hat, die funktioniert …“, murmelte Marek, nahm ihr die Steine aus der Hand und schlug sie in der Einbuchtung aneinander, bis einer der dabei entstehenden Funken das Schwarzpulver nebst Brennmaterial in Brand setzte. Mit einem lauten Zischen fraß sich eine leuchtende Linie aus kleinen Flammen an der Felswand entlang und erhellte den langen Gang vor ihnen.

„Zauberer … zu faul um innovativ zu sein“, setzte Marek kopfschüttelnd hinzu, aber sie brauchte ihn nur anzusehen, um zu wissen, dass er sich so wie sie über ihren ersten kleinen Fortschritt freute. Er suchte ihren Blick.

„Bereit, mal wieder dein Leben für die Rettung der Menschheit zu riskieren?“, fragte er mit einem kleinen Schmunzeln.

Jenna sah in den Tunnel, der nun zwar nicht mehr ganz so dunkel, aber immer noch nicht besonders vertrauenserweckend aussah, schluckte jedoch ihr Unbehagen tapfer hinunter.

„Mit dir zusammen doch immer!“, erwiderte sie und machte sogar den ersten Schritt hinein ins Ungewisse

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25. December 2017 - 14:04

Liebe Weihnachtsgrüße

Weihnachstgrüße

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