22. January 2017 - 17:36

Leipziger Buchmesse 2017

Liebe Leser,

 

dieses Jahr werde ich mit einem eigenen Stand auf der Leipziger Buchmesse vertreten sein und freue mich darauf, möglichst viele meiner Leser kennenzulernen. Es wird Gewinnspiele und einige Goodies geben, darunter Leseproben meiner neusten und der kommenden Werke und ihr seid alle herzlich eingeladen, mich dort zu besuchen.

Die Messe findet vom 23. – 26. März 2017 täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr statt. Karten kann man schon jetzt vorbestellen. http://www.leipziger-buchmesse.de/Besucher/Tickets/Ticketshop

Mein Stand befindet sich in Halle Halle 5 und hat die Nummer D408.

 

Alles Liebe,

eure Ina

 

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4. October 2014 - 14:02

Signierstunde auf der Buchmesse in Frankfurt am Main

Am 12.10. 14 werden Cina Bard und ich nicht nur die diesjährige Buchmesse in Frankfurt am Main besuchen, sondern dort auch am epubli-Stand zwei Termine zum Signieren eurer Bücher und zum sonstigen Austausch anbieten.

Wir werden sowohl zwischen 10.00 und 12.00 Uhr als auch von 15.00 bis 16.00 Uhr in Halle 3.1 am Stand D89 von epubli sein und freuen uns schon sehr darauf, einige unserer Leser persönlich kennenzulernen.

Wir bringen Verkaufsbücher (Taschenbücher) von Imperfect Match, Falaysia und Sanguineus, sowie Gratislesezeichen mit dem Cover von Falaysia Band V  und erste Gratis-Leseproben von Falaysia – Band V – Ilia Tracha und Sanguis Lilii – Band1 (die Fortsetzung von Sanguineus) mit.

Und – Achtung! – die ersten drei Besucher, die jeweils um 10.00 und um 15.00 Uhr am Stand sind, bekommen jeder ein Taschenbuch nach Wahl von uns geschenkt. Natürlich mit Signatur!

 

Ich freu mich schon auf euch,

 

eure Ina Linger

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18. August 2013 - 16:53

Ziehung der Gewinner der Verlosungsaktion zu Falaysia Band I und II

Soeben habe ich über Facebook die Gewinner meiner Verlosungsaktion aus allen Rezensenten gezogen, die bis zum 06.07.013 eine Rezension bei Amazon für Band I und Band II von Falaysia hinterlassen hatten.

Ein ebook nach Wahl (Band I, Band II oder Gutschein von Band III) haben gewonnen:

Verlosung I: pw, Bruchsal, Doreen Schierle, Elisabeth Subai und Killerbee
Verlosung II: Stella, Ute Grieg, Thomas Martens, nina und leserattej


Ein Softcoverbuch nach Wahl (Band I, Band II oder Gutschein von Band III) haben gewonnen

Verlosung I: Stella und Alexandra Burgschweiger
Verlosung II: Yuniko und xy

Die Zeichnung eines Charakters von Falaysia nach Wahl hat jaimy01 gewonnen!

Bitte meldet euch alle irgendwie bei mir! Das könnt ihr über Facebook, Twitter oder auch über das Kontaktformular (oder email) auf meiner Autorenseite machen. Hier der Link: http://www.inalinger.de/?page_id=21

Ich freue mich, dann von euch zu hören. Bitte gebt mir auch bescheid, wenn ihr kein Interesse an eurem Gewinn habt, dann verlose ich ihn noch einmal unter denen, die nichts gewonnen haben.

Ich wünsche euch allen noch einen schönen Rest-Sonntag – trotz des miesen Wetters!

Alles Liebe,

eure Ina

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7. June 2013 - 12:02

Lesung zu Three-Night Stand – Liebe ist simpel

Cina Bard und ich lesen am 08.06.13 im Zuge der Langen Buchnacht in Berlin Kreuzberg aus unserem Buch ‘Three Night Stand’ vor:

19.30 | Chocolateria Sünde(35) Oranienstraße 194


Ina Linger und Cina Bard präsentieren: “Three Night Stand”


Es gibt drei Regeln, an die man sich halten sollte, wenn man sich auf einen One-Night-Stand einlässt: Suche dir jemanden aus, den du garantiert nie wieder sehen wirst. Sorge dafür, dass du den Spaß deines Lebens hast und verschwinde danach so schnell und so spurlos wie möglich. Was dabei alles schief gehen kann, erzählen Ina Linger und Cina Bard liebevoll in “Three Night Stand”. Genießen Sie die gemütliche Atmosphäre der Chocolateria Sünde und schmunzeln Sie mit uns über die Anekdoten der Heldin Lisa.


Veranstalter: epubli

Wir freuen uns über jeden, der zu der Veranstaltung erscheint!

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3. April 2013 - 22:47

Gratis Rezensionsexemplare meiner Romane zu vergeben

Ich vergebe in den nächsten beiden Wochen auch für die deutschen Versionen noch einmal eine gewisse Anzahl von Rezensionsexemplaren. Wer Interesse an ‘Three Night Stand’ oder dem ersten Band von Falaysia hat kann mich hier, auf meiner Facebookseite oder meiner Twitterseite kontaktieren. Keine Angst – ich beiße nicht. ;)

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31. March 2013 - 13:42

Leseprobe: Kapitel 6 von Falaysia – Band II: Trachonien

6

 

Der Inhalt der Kiste war nicht allzu aufregender Natur. Dennoch schlug Melinas Herz bei seinem Anblick deutlich rascher als gewöhnlich in ihrer Brust und ihr war ein wenig mulmig zumute, wie immer wenn sie von manch seltsamer Erinnerung an ihre Kindheit und ihre Mutter überfallen wurde. Dieses Mal jedoch beschwor sie die Erinnerungen selbst herauf und konnte sich dementsprechend besser darauf einstellen.

Benjamin und sie hatten die Kiste gemeinsam in ihre Wohnung getragen und den Deckel geöffnet. Nun saßen sie davor und starrten hinein. Keiner von ihnen wagte es, der erste zu sein, der eine Sache berührte oder gar herausholte, so als läge ein Fluch auf den Dingen, den keiner von ihnen auf sich ziehen wollte.

Melinas Blick glitt über die Sachen ihrer Mutter, die sie nun schon so lange nicht mehr gesehen hatte: Ein altes Teeservice, ihr Lieblingsschal, ein Fotoalbum, eine Mappe, die Zeichnungen enthielt – ihre Mutter war künstlerisch sehr begabt gewesen – Schmuck und ein paar Bücher. Wirklich nicht aufregend. Dennoch wurde sie das Gefühl nicht los, dass es hier etwas gab, was ihnen weiterhelfen konnte, dass es eine gute Idee war, sich diese Relikte aus vergangenen und gern vergessenen Zeiten noch einmal genauer anzusehen.

Fast zur selben Zeit wie Benjamin streckte sie schließlich eine Hand aus und griff in die Kiste – nur dass er das Fotoalbum an sich nahm und sie das kleine Kästchen mit dem Schmuck. Beide Dinge lagen auf den Büchern und mussten beiseite geräumt werden, doch Melina konnte das nicht so einfach tun, musste einfach einen Blick in das Kästchen werfen. Ihre Mutter hatte nicht viel Schmuck getragen und so befanden sich darin nur ein paar wenige Ketten, Ohrringe und zwei Ringe. Einer davon war der Ehering, den ihre Mutter auch nach dem Tod ihres Mannes nie abgelegt hatte, ein einfacher Goldring mit einer Gravur in der Innenseite. ‚Für immer der deine‘ stand dort auf Lateinisch. Ein sanftes, etwas trauriges Lächeln stahl sich auf Melinas Lippen, als sie die Worte entzifferte. Ihre Eltern waren für einander geschaffen gewesen und hatten sich abgöttisch geliebt. Seelenverwandte, die das Glück gehabt hatten, sich in dieser weiten Welt zu finden. Melina hatte sich immer so sehr gewünscht einen Partner zu finden, der so zu ihr passte, wie ihr Vater zu ihrer Mutter. Aber sie hatte nie ein glückliches Händchen in der Liebe gehabt, war immer auf die falschen Männer hereingefallen – wobei Demeon wohl der Clou all ihrer Fehlgriffe gewesen war. Nie hatte sie sich in einem Menschen so getäuscht wie in ihm.

Ihre Augen wanderten über die Ketten und blieben an derjenigen hängen, die ihre Mutter immer am liebsten getragen hatte. Eine einfache, lange Silberkette mit einem umso imposanteren Anhänger: Ein geflügelter Drache der schützend seine Flügel über einem verschlungenen keltischen Knoten aufspannte, in dessen Mitte sich ein heller, fast durchsichtiger Edelstein befand. Ein Bergkristall, wenn Melina sich nicht irrte. Sie ließ fast andächtig ihre Finger über den Anhänger gleiten und fühlte, wie sich ihre Augen mit Tränen fühlten, weil sie sofort wieder ihre Mutter vor sich sah; die gütigen warmen Augen, das weiche, schmale Gesicht… ihr so sanftes Lächeln. Verrückt hatte sie nie auf sie gewirkt, selbst wenn sie in der Kammer gesessen und sich ihrer weißen Magie hingegeben hatte. Melina war die einzige gewesen, die sich wirklich dafür interessiert hatte, ihren Sitzungen immer beigewohnt hatte. Irgendwann war sie auch nur noch das einzige Kind im Haushalt der Mutter gewesen, einem Haushalt, der nie lange an einem Ort geblieben war, immer nur ein paar wenige Jahre…

„Ist… ist das Mum?“ riss Benjamins belegte Stimme sie plötzlich aus ihren Gedanken. Sie sah ihn überrascht an. Er hielt ein Foto hoch, an dem die Zeit so gearbeitet hatte, dass es mehr als nur rotstichig war. Es waren drei kleine Mädchen zu sehen, die sich, gekleidet in hübsche Sommerkleidchen, lachend in den Armen hielten, in der Mitte Anna, Benjamins Mutter.

„Ja“, gab sie leise zurück und auch in ihr stieg viel zu rasch Wehmut empor. „Das war ein paar Jahre bevor Mum deine Mutter und Jessie wegbrachte…“

Benjamin sah das Bild wieder an. Melina spürte wie sehr er sich abmühte, die Beherrschung zu behalten. Wie gern hätte sie ihn in die Arme genommen und ihn getröstet. Doch sie wusste, dass das Band, das über die letzten Tage zwischen ihnen entstanden war, noch nicht stark genug war, um die Kluft zwischen ihnen zu überwinden, dafür zu sorgen, dass er sich ihr öffnete. Alles war noch zu frisch und zu neu, das Vertrauen noch nicht groß genug – er würde sie nur wegstoßen und vielleicht sogar davonlaufen. Also blieb sie sitzen, wo sie war und sah ihn nur an, gab ihm damit zu verstehen, dass sie ein Ohr für ihn hatte und er ihr jede Frage stellen konnte, die ihm auf der Seele lastete.

„Warum hat sie das getan?“ fragte er schließlich leise. „Warum hat sie ihre anderen Töchter weggeben und nur dich bei sich behalten?“

Melina blieb nichts anderes übrig als die Schultern zu zucken. „Sie sagte, dass es besser für uns sei, wenn wir alle andere Nachnamen trügen und vor anderen behaupteten, wir seien nur enge Freunde und nicht miteinander verwandt. Warum sie ausgerechnet mich bei sich behielt, weiß ich nicht.“

Benjamin biss sich auf die Lippen und druckste ein wenig herum, bis er sich dazu durchringen konnte die nächste Frage zu stellen. „Hatte meine Mutter dieselben… speziellen Fähigkeiten, die du hast?“

Melina nickte.

„Und Tante Jessie auch?“

Wieder konnte sie nur nicken.

„Dann kann das nicht der Grund sein, warum du bei ihr bleiben durftest?“

„Nein, ich denke nicht.“ Sie seufzte tief. „Vielleicht lag es einfach nur daran, dass ich die Jüngste von uns dreien war.“

„Und vor was genau, wollte sie euch schützen? Ich meine, wurdet ihr verfolgt? Hattet ihr Ärger mit… der Mafia oder so? Das klingt alles so nach selbst konstruiertem Zeugenschutzprogram.“

Melina konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen. „Nein, ich… So genau kann ich dir das nicht beantworten. Wir hatten nie Schwierigkeiten, wurden nie angegriffen und ich kann mich auch nicht daran erinnern, verfolgt worden zu sein. Deine Großmutter schrieb dieses ‚Glück‘ ihrer eigenen ‚Schutzstrategie‘ zu, aber wir konnten das alles nicht wirklich nachvollziehen oder verstehen und als man dann Verfolgungswahn bei ihr diagnostizierte, haben wir das alles sehr schnell geglaubt. Und dennoch haben wir nie wieder diesen engen Kontakt zueinander hergestellt, den wir als Kinder hatten. Keiner von uns hat jemals wieder seinen richtigen Namen angenommen – so als wüssten wir, dass die Wahrheiten irgendwo zwischen all diesen Halbwahrheiten verborgen liegt und irgendwo tatsächlich eine Gefahr auf uns lauert und nur darauf wartet, dass wir einen Fehler begehen.“

„Hatte diese ‚Gefahr‘ bei deiner Mutter auch einen Namen?“

Melina überlegte einen Augenblick. „Sie sprach des Öfteren von den Garong und den Talerons – Begriffe, die ich bisher in keiner mir bekannten Sprache finden konnte. Mittlerweile denke ich, dass sie ebenfalls aus dieser seltsamen Sprache stammen, die sie uns immer beibringen wollte.“

„Und wer genau sind diese Leute?“ hakte Benjamin sofort nach.

„Ich weiß es nicht“, gab sie etwas zerknirscht zu. „Ich hab nie einen von ihnen getroffen. Meine Mutter sagte immerzu: Solange du nur die Garong in deiner Nähe hast, musst du dich nicht fürchten. Dann hast du alles richtig gemacht. Aber wenn auch nur einer der Talerons auftaucht, musst du untertauchen.“

„Und wie sollte man die erkennen?“ fragte ihr Neffe mit berechtigter Irritation in der Stimme.

„Mit magischem Spürsinn.“

Benjamin musste lachen, doch er verstummte sofort erstaunt, als sie mahnend eine Hand hob.

„Das ist kein Humbug. Wenn du gut trainiert bist und dich sehr konzentrierst, kannst du die Stimmungen anderer Menschen spüren, bevor diese zur Wirkung kommen. Und du kannst spüren, ob sie ihre Energien auf dich ausrichten oder nicht. Je begabter ein Magier ist, je stärker seine eigenen Kräfte sind, desto besser kann er das.“

Benjamins Gesichtsausdruck verriet, dass er starken Zweifel an ihren Worten hatte, doch er strengte sich wenigstens an, zu glauben, was sie ihm erzählte. „Und das ist deine einzige Chance, diese Leute zu erkennen?“

„Na, ja, sie sollen auch noch eine bestimmte Tätowierung irgendwo versteckt an ihrem Körper tragen. Meine Mutter hat sie mir vor langer Zeit mal aufgemalt, aber ich kann mich nicht mehr so recht daran erinnern.“

„Wenn sie versteckt sind, kann man sie ja eh nicht sehen“, erinnerte Benjamin sie. Dennoch griff Melina in die Kiste und holte die Mappe mit den Zeichnungen ihrer Mutter heraus. Vielleicht hatte sie Glück.

Die Mappe war schnell geöffnet und Benjamin rutschte näher heran, mit deutlicher Neugierde im Blick. Melina breitete die Zeichnungen, eine nach der anderen vor sich aus. Die meisten davon waren wunderschöne, fast fotorealistische Landschaftszeichnungen und Porträts. Dann gab es noch ein paar Stillleben und…

„Sag mal, die Gemälde, die in deinem Flur hängen… sind die von deiner Mutter?“ fragte Benjamin neben ihr, während er beeindruckt die Bilder betrachtete.

Melina nickte nur. „Ich hab noch ein paar mehr im Keller. Sie war wirklich begabt.“ Sie hielt inne, weil sie nun auf ein paar Skizzen von merkwürdigen Zeichen stieß, die teilweise beschriftet waren. „Sieh mal hier!“ Sie legte die Blätter zwischen sie.

„Oh!“ machte Benjamin nur und beugte sich vor. „Was ist das?“

„Keine Ahnung“, gab sie zu und zeichnete mit dem Zeigefinger eine der verschlungenen Linien nach. Das Symbol sah dem des Anhängers der Kette nicht unähnlich. „Die sehen aus wie keltische Symbole, nur ein wenig abgewandelt.“

„Das hier sieht ein bisschen aus wie eine Schlange“, bemerkte Benjamin und wies mit dem Finger auf das Zeichen oben rechts in der Ecke, unter dem das Wort ‚Charut‘ stand.

„Ich würde eher behaupten, dass das ein Drache ist“, überlegte Melina und schob das Blatt zur Seite, um die darunter liegenden Zeichnungen zu betrachten. Ihre Augen wurden sofort ein wenig größer.

„Sieh! Das ist eine der Tätowierungen!“ Sie tippte nachdrücklich auf die Zeichnung, die ein wenig aussah, wie ein Pfeil mit Drachenflügeln und einem keltischen Knoten am oberen Ende. Leider stand ein längerer Satz daneben, den sie nicht entziffern konnte, der aber zumindest das Wort Taleron enthielt.

„Kann das da dann das Zeichen für die andere Gruppe sein?“ fragte Benjamin und wies auf eine Zeichnung die ebenso akkurat war und unter der ebenfalls ein paar Worte in der fremdartigen Sprache standen. Melina sah sich das Bild genauer an und nickte dann. Sie hatte dieses verschlungene Zeichen, in dessen Mitte sich ein keltisches Dreieck befand, zumindest schon einmal gesehen. Ah, ja, und da war ja auch das Wort Garong unter den anderen zu finden.

„Wenn wir jetzt noch wüssten, was da steht, wären wir einen ganzen Schritt weiter“, meinte Benjamin.

Melina sah ihn nachdenklich an. Er dachte wohl dasselbe wie sie. Wenn diese Zeichen in derselben Sprache beschrieben wurden, die auch in Demeons Notizen verwendet worden war, dann hing das alles irgendwie miteinander zusammen: Das Schicksal ihrer Familie, Jennas Entführung und das seltsame Spiel in Falaysia, zu dem Demeon sie verführt hatte. Irgendwie war das ein ziemlich erschreckender Gedanke. Und dennoch war sie sich sicher, dass das alles sie irgendwie weiterbringen würde. Es war wie ein Puzzle, dessen Teile erst gesucht werden mussten, um sie dann auf die richtige Art und Weise zusammenzusetzen.

Melina sah wieder in die Kiste und begann dann alle Bücher herauszunehmen, die Benjamin wie selbstverständlich sofort nacheinander öffnete.

„Blätter sie durch“, riet sie ihm und tat es ihm nun ebenfalls nach. Die nächsten Minuten verbrachten sie stillschweigend, hochkonzentriert die Bücher filzend. Melina hielt erst wieder inne, als Benjamin einen überraschten Laut von sich gab.

„Sieh mal!“ stieß er beinahe atemlos aus und öffnete das Buch, das er in den Händen hielt, noch weiter, um ihr zu zeigen, was er entdeckt hatte. Melinas Augen weiteten sich. In die Mitte der Seiten des ziemlich dicken Buches war ein rechteckiges Loch geschnitten worden, in dem sich momentan ein anderes, kleineres Buch befand. Sie war sich sicher, dass es sich um das Notizbuch handelte, das sie suchten, und nahm es mit etwas zittrigen Fingern heraus.

„Drück uns die Daumen“, sagte sie zu Benjamin, bevor sie es endlich aufschlug. Da war sie, die feine, schön geschwungene Schrift ihrer Mutter.

Für meine geliebten Töchter, stand auf der ersten Seite geschrieben und Melinas Kehle verengte sich sofort. Erinnert euch. Vergesst nie und seid auf der Hut.

„Und?“ erinnerte ihr Neffe sie daran, dass sie nicht allein war. „Ist es das Buch?“

Sie schlug die nächste Seite auf und nickte dann. „Es sieht ganz danach aus.“ Sie blätterte ein wenig darin herum. „Sie hat sogar versucht, es alphabetisch zu gestalten.“ Ganz von selbst begann sie nach den Worten zu suchen, deren Bedeutung sie momentan besonders interessierte und wurde schnell fündig.

Garong bedeutet so etwas wie Wachhabender, Aufpasser“, sagte sie zu Benjamin, der sofort nachdenklich die Stirn runzelte.

„Und Taleron?“ fragte er.

Sie blätterte weiter. „Hier. Das heißt Jäger.“

Sie sah ihren Neffen wieder an, der dieses Mal eher geschockt als neugierig aussah. Und er hatte Recht. Dieses Wort klang gar nicht gut. Eher so, als hätte ihre Mutter allen Grund dazu gehabt, sich ihr Leben lang verfolgt zu fühlen. Wenn es diese beiden Gruppen wirklich gab, dann war es auch möglich, dass sie hinter ihr und ihrer Familie her gewesen waren. Bloß – warum?

Ein paar Atemzüge lang sagte keiner von ihnen mehr ein Wort. Dann räusperte sich Benjamin. „Meinst… meinst du unter den Zeichnungen sind noch ein paar mehr Informationen über diese Leute zu finden?“ fragte er mit hörbarem Unbehagen in der Stimme.

„Gut möglich“, überlegte Melina und zog die Zeichnungen wieder zu sich heran. „Aber es wird eine Weile dauern, das zu entziffern und zu übersetzen. Und es ist schon spät.“ Sie sah hinüber zu einem der Fenster, durch die das gedämpfte Abendlicht fiel. „Dein Vater wird sich bestimmt schon wundern, wo du so lange bleibst.“

„Ich hab gesagt, ich bin bei einem Freund“, erklärte der Junge. „Aber du hast Recht. Sehr viel länger sollte ich nicht wegbleiben. Sonst schöpft er nachher doch noch Verdacht.“ Er erhob sich und Melina tat es ihm nach.

„Du kannst ja gucken, wie weit du allein kommst“, setzte er hinzu. „Und ich kümmere mich heute noch darum, mehr über die Fotos dieser Familie herauszufinden. Ansonsten bin ich morgen wieder um dieselbe Zeit da und wir können uns gemeinsam an die Übersetzung und die Planung des Wochenendes machen. Ich bin nämlich ziemlich gut, was fremde Sprachen angeht.“

Sie lächelte sanft. „Dann freu ich mich, dich morgen wieder zu sehen.“

Für einen Augenblick standen sie ziemlich unbeholfen voreinander. Melina verspürte erneut das drängende Bedürfnis den Jungen in die Arme zu schließen und ihn kurz zu drücken, doch sie wagte es immer noch nicht. Sie hatte zu große Angst vor seiner Reaktion. Also lächelte sie nur, als er ihr noch einmal kurz zunickte und sich dann auf den Weg hinaus aus ihrer Wohnung machte.

Stille kehrte ein. Eine belastende Stille. Die Zukunft sah mit dem heutigen Tag nicht viel besser aus als zuvor. Sie hatten zwar endlich eine Spur gefunden, eine Möglichkeit herauszufinden, was hinter dem Spiel und Demeons Vorgehen steckte, doch Melina wusste nun auch, dass die ganze Sache sehr viel größer war und ihre Familie tiefer darin verstrickt war, als sie jemals geahnt hätte. Und sie schien auch gefährlicher, als sie vermutet hatte. Alles sprach eigentlich dagegen, Benjamin noch weiterhin an der Sache mitwirken zu lassen, ihn aktiv zu beteiligen. Jedoch wusste sie, dass es unmöglich war, ihn nun doch noch aus allem herauszuhalten, nicht nachdem er so viel erfahren hatte, wusste dass das alles auch seine Familie anging. Sie hatte es in seinen Augen gelesen: Er würde sich nicht mehr abschütteln lassen. Alles, was sie jetzt noch tun konnte, war, ihn mit allen Mitteln und aller Macht, die sie besaß, zu beschützen. Ihm durfte auf keinen Fall etwas zustoßen. Das war sie nicht nur ihm, sondern auch seiner Familie und vor allen Dingen Jenna schuldig.

 

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