13. March 2013 - 19:08

Herzlich willkommen auf meiner Homepage!

Hier könnt ihr die neuesten Infos über meine Bücher und mich finden, euch Leseproben und Rezensionen ansehen und Kontakt zu mir aufnehmen. Ich bin immer bereit Frage zu beantworten und schätze jedweden Kontakt zu meinen Lesern. Also, nur zu! Traut euch! ;)

 

Welcome to my homepage!

Here you can find the newest information about my books and me, read extracts from my books and reviews and contact me. I’m always willing to answer your questions and appreciate each and any contact with my readers. So – just try! ;)

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25. June 2017 - 10:47

Falaysia Fortsetzung ab heute erhältlich!

Liebe Leser,

wie schon einige von euch bemerkt haben, ist die Fortsetzung von Falaysia: ‘Lyamar – Vergessene Welt – Band 1: Malins Erben’ jetzt bei Amazon erhältlich.
Hier ist der Link dazu: https://www.amazon.de/dp/B0737VZZBJ

Die anderen Shops folgen bestimmt bald und ich werde die Links dann ebenfalls hier posten.

Viel Spaß beim Lesen! Und für die Schnellleser unter euch gilt wie immer: Bitte nichts spoilen! Wenn ihr mir etwas zu dem Buch sagen wollt, dann bitte über PN. Danke!

Wünsche euch noch einen wunderschönen Sonntag!

Eure Ina

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17. June 2017 - 12:25

Neues zur Fortsetzung von Falaysia

Liebe Leser,

ich habe soeben den ersten Band des Falaysia-Sequels Lyamar – Vergessene Welt – Malins Erben fertig gestellt. Das Buch ist bereits bei der Lektorin und wenn alles glatt geht, kann ich es am nächsten Wochenende veröffentlichen. Für mich heißt das in dieser Woche, nur noch einmal den Inhalt auf mögliche Logikfehler überprüfen und mir Notizen für den nächsten Band machen – dann kann es für euch auch schon mit dem nächsten Abenteuer von Jenna, Marek und Leon losgehen.

Wünsche euch allen ein wunderschönes Wochenende,

eure Ina

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18. May 2017 - 19:11

Zweite Leseprobe von Lyamar – Vergessene Welt – Band 1: Malins Erben

Leseprobe aus dem Kapitel ‚Alleingang‘

 

 

 

Das Bild, das sich ihnen bot, war erschreckend. Vor ihm in einem Lehnstuhl saß ein alter, magerer Mann mit eingefallenen Wangenknochen, dünnem, weißen Haar und dunklen Ringen unter den Augen. Trotz der äußerlichen Veränderungen erkannte Leon den Zauberer in ihm, den sie vor zwei Jahren wie keinen anderen gefürchtet hatten. Nur fehlte die Lebendigkeit und Gefährlichkeit in seinen Augen, der unstillbare Hunger nach Macht. Demeon war ein gebrochener, kranker Mann und Leon empfand beinahe so etwas wie Mitleid für ihn – aber nur beinahe. Die Erinnerungen an den schrecklichen Kampf in Tichuan waren immer noch zu frisch, um schon vergessen zu sein.

Demeon machte einen überraschten, aber nicht erschreckten Eindruck. Er musterte seinen Besuch mit hochgezogenen Brauen und rang sich dann ein minimales Lächeln ab, das nicht über den Hauch von Sorge in seinen Augen hinwegtäuschen konnte.

„Ich würde mich ja über diesen Besuch freuen, wenn ich nicht das üble Gefühl hätte, das der Grund dafür kein erfreulicher ist“, begrüßte er sie und legte das Buch, das er in seinen Händen hielt, auf den kleinen Tisch vor sich. „Marek sagte, dass niemand außer ihm und Enario diesen Ort kenne und ich hier sicher sei. Warum hat sich das geändert?“

„Du bist hier immer noch sicher“, beruhigte Enario den alten Zauberer und setzte sich halbwegs auf den Tisch, an dem der Mann saß. „Ich habe ihnen die Augen verbunden und niemand will dir hier schaden.“

Demeon musterte Sheza und Leon ein weiteres Mal und nickte dann, obgleich die Sorgenfalten auf seiner Stirn damit nicht verschwanden. „Ist ihm etwas passiert?“, fragte er gefasst.

Leon trat einen Schritt näher heran und musterte den Zauberer nun seinerseits. Galt Demeons Sorge tatsächlich Marek und nicht ihm selbst? Wie war das möglich?

„Das wissen wir noch nicht“, sagte er. „Eigentlich sind wir hier, um das herauszufinden.“

Erstaunen zeigte sich in Demeons Zügen und er legte eine Hand auf seine Brust. „Ihr denkt, ich habe etwas damit zu tun?“

„Der letzte Mensch, mit dem gesprochen hat, bevor er verschwand, bist du“, klärte Leon ihn auf. „Wir wollen wissen, worum es in eurem Gespräch ging.“

„Warum hat er dich überhaupt hier versteckt?“, mischte sich nun auch Sheza ein und kam ebenfalls näher.

Demeons schmale Brust hob und senkte sich sichtbar mit seinem nächsten Atemzug, bevor sich seine Lippen erneut zu einem Lächeln verzogen, nur dieses Mal wirkte es ungleich trauriger.

Er würde wahrscheinlich sagen, dass es nur darum ging, seinen Teil unseres Handels zu erfüllen“, erklärte er. „Ich sehe es aber gern als den Beweis dafür, dass ich ihm nicht egal bin, dass er in gewisser Weise noch eine Art familiärer Bindung zu mir fühlt.“

Leon verzog verärgert das Gesicht und fühlte sich animiert, dem Mann klarzumachen, dass niemand etwas anderes als Verachtung und Hass für ihn empfand, doch Sheza kam ihm zuvor.

„Das beantwortet nicht meine Frage!“, sagte sie streng. „Von welchem Handel sprichst du?“

„Ich helfe ihm dabei, die restlichen Zirkelmitglieder zu finden und er sorgt dafür, dass es mir gut geht und niemand mir einen Schaden zufügt“, klärte Demeon sie auf. „Er kam zu mir nur drei Monate nach dem Ende des Krieges, als ich endlich wieder soweit bei Kräften war, dass ich zumindest allein essen konnte. Er wollte alle Informationen, die ich über den Zirkel hier und in der anderen Welt habe im Tausch gegen das Versprechen, für mein Wohl und meine Sicherheit zu sorgen. Selbstverständlich habe ich sofort zugestimmt. Seitdem befinden wir uns in einem regelmäßigen Austausch. Wenn sich neue Fragen auftun, helfe ich ihm dabei, sie zu beantworten und stehe ihm generell mit meinem Rat zur Seite.“

„Und er vertraut dir?“, fragte Leon ungläubig.

„Voll und ganz“, bestätigte Demeon mit einem gewissen Stolz in der Stimme.

Sheza stieß ein verärgertes Lachen aus. „Wahrscheinlich ist genau das der Grund, warum er jetzt vermisst wird. Du hast in manipuliert und in eine Falle gelockt.“

„Er darf auf meine Erinnerungen zugreifen – die lassen sich schwerlich manipulieren“, wandte Demeon verärgert ein.

„Zauberer arbeiten mit ausgefeilten Tricks“, wusste es Sheza besser. „Ich bin mir sicher, dass ihr selbst das hinbekommt.“

„Ich bin kein Zauberer mehr!“, erinnerte Demeon sie grimmig. „Man hat mir all meine Kräfte geraubt und nun bin ich ein gewöhnlicher Mensch wie ihr. Davon abgesehen verspüre ich nicht das geringste Bedürfnis, Marek zu schaden.“

Nun war es an Leon aufzulachen. „Das ist doch nicht dein Ernst!“

„Mein vollster“, widersprach der alte Mann ihm.

„Er hat dir deine Kräfte entzogen!“, erinnerte Leon ihn.

„Weil er musste“, überraschte Demeon ihn mit großem Verständnis. „Anders war ich nicht aufzuhalten gewesen und ich hätte an seiner Stelle dasselbe getan.“

„Das hast du auch“, erwiderte Leon streng. „Du hast versucht ihn zu töten. Ihn und Jenna … eigentlich uns alle.“

„Ja, weil ich verblendet und nicht mehr bei Verstand war.“

„Jetzt bist du wohl anders“, warf Sheza ironisch ein und schüttelte dabei fassungslos den Kopf. „Glaubst du ernsthaft, dass wir dir das abnehmen?“

Demeon sah sie einen Moment stumm an und seufzte dann leise.

„Es mag sein, dass jedermann mich als finsteren Bösewicht sieht“, sagte er traurig, „aber das ist nicht wahr. Ich habe mich vielleicht von der Macht der Magie verleiten lassen, Böses zu tun, danach zu streben, endlich ganz oben in der Hierarchie zu stehen, endlich derjenige zu sein, der das Schicksal der Welt selbst in den Händen hält, aber ich bin kein böser Mensch. Ich wollte früher Gutes tun wie ihr. Selbst als ich nach Macht strebte, wollte ich damit kein Leid und Elend über die Menschen bringen, sondern dafür sorgen, dass es allen besser geht. Ich habe Marek in dieser Hinsicht nicht belogen. Mein Glaube, dass er und ich zusammen die rechten Regenten für diese Welt wären, war stark und ehrlich.“

„Willst du uns wirklich weismachen, dass du keine Rachegelüste hast?“, stieß Leon aus. „Dass du Marek nicht in eine Falle locken würdest, wenn du es könntest?“

„Niemals!“, erwiderte Demeon mit fester Stimme. „Alles, was Böse in mir war, ist mit meinen übernatürlichen Kräften verschwunden. Ich sehe die Fehler meines Lebens nun mit klarem Blick und versuche sie widergutzumachen, dem einzigen Menschen, der für mich so etwas wie Familie ist, zu helfen.“

„Familie?!“ Leon starrte den Mann vor sich entgeistert an. „Du hast ein Kind seinen Eltern entrissen und darauf vorbereitet, deine Marionette zu sein, hast es in diese Welt geschickt und seinem Schicksal überlassen, in der Hoffnung irgendwann Macht über es zu gewinnen, damit es dich zurück nach Hause und auf den Thron in Trachonien holt.“

„Ja, das ist alles wahr“, stimmte Demeon ihm überraschend zu. „Ich war furchtbar egoistisch und ein großer Teil von Mareks Leid lastet auf meinen Schultern. Dennoch ist mir ein Missgeschick passiert: Ich habe Zuneigung zu dem Kind entwickelt, für das ich ein paar Jahre lang ein Vater sein durfte – kein guter, das gebe ich zu – aber ich war ein Vater. Der Junge wurde gegen meinen Willen mehr für mich als nur Mittel zum Zweck. Ich habe ihn in mein Herz geschlossen, obwohl ich mich dagegen gesträubt habe, und wen du einmal dort hineinlässt, der wird niemals verschwinden, solange ihr beide lebt. Er war meine Familie. Das ist er heute noch und er weiß das.“

„Er hasst dich!“, sagte Leon mit Nachdruck.

Demeon reagierte überraschend auf diese harten Worte. Statt traurig zu sein, lächelte er.

„Nein, das tut er nicht“, widersprach er ihm. „Er redet sich das ein, zeigt es vor anderen, aber das heißt nicht, dass es wahr ist.“

„Das ist doch nicht dein Ernst!“, entfuhr es nun auch Sheza empört. „Er hat dich töten wollen.“

„Nein“, widersprach Demeon ihr weiterhin lächelnd. „Er hat mich gerettet.“

Leon gab ein ähnlich empörtes Schnaufen von sich wie Sheza, doch weder sie noch er selbst kamen dazu, etwas zu sagen.

„Ich weiß, dass niemand von euch das bemerkt hat“, fuhr Demeon ungerührt fort, „aber Marek hat mich beschützt, während ihr mir meine Kräfte entzogen habt. Ohne ihn wäre ich dabei gestorben, wie jeder andere auch, der diese Prozedur vor mir durchgemacht hat. Er hat meinem Körper dabei geholfen, stabil zu bleiben, weil er nicht wollte, dass ich sterbe, weil auch er die Vergangenheit nicht vollkommen vergessen kann. Ich bin immer schon die einzige Konstante in seinem Leben gewesen. Ich habe ihn nie verlassen und das kann ein Mensch, mit einer problematischen Lebensgeschichte wie der seinen, nicht vergessen – selbst wenn er es möchte. Auch ich bin für ihn die einzige Familie, die er noch hat.“

Leon konnte nicht glauben, was Demeon da von sich gab, und hatte große Probleme, dem Mann nicht vor Wut an die Gurgel zu gehen, doch noch konnte er sich beherrschen.

„Das ist eine Lüge“, brachte er erbost heraus. „Mareks leiblicher Vater lebt noch und vielleicht sollte ihm das endlich mal jemand erzählen, damit er sich von dir nicht weiter manipulieren lässt.“

Demeon sah ihn entsetzt an. „Wenn du das tust, richtest du mehr Schaden an, als du dir vorstellen kannst. Ma’harik befindet sich derzeit nicht in einem Zustand, in dem er solche Nachrichten verkraften könnte. Er ist emotional mehr als instabil, seitdem das Mädchen weg ist und ihr wisst wie gefährlich das für einen Menschen mit seinen Kräften ist.“

„Jenna – ihr Name ist Jenna!“, platzte es verärgert aus Leon heraus und wie immer, wenn er an sie dachte, machte sich ein deutliches Ziehen in seiner Brust bemerkbar. Marek war nicht der einzige, der die junge Frau schrecklich vermisste. „Und sie ist nicht irgendein Mädchen, sondern die einzige Person, die Marek wahrhaftig liebt. Tu nicht so, als könntest du die Lücke, die sie hinterlassen hat, füllen!“

„Das mache ich doch gar nicht!“, erwiderte Demeon nun ebenfalls etwas erregt. „Ich weiß, wie sehr ihm die Trennung von ihr zu schaffen gemacht hat und ihn immer noch belastet. Deswegen bitte ich ja darum, ihn nicht zusätzlich emotional zu belasten!“

„Wollen wir nicht endlich zum Wesentlichen zurückkommen?“, mischte sich Enario ein, der bisher unbeteiligt danebengesessen hatte. Ihm schien der Themenwechsel überhaupt nicht zu gefallen, denn zwischen seinen Brauen hatte sich eine energische Falte gebildet. „Wir wissen immer noch nicht, was mit unserem gemeinsamen Freund geschehen ist.“

Leon biss die Zähne zusammen und musste seine Wut vehement zurückdrängen, um schließlich einsichtig nicken zu können.

„Was war das letzte, was ihr miteinander besprochen habt?“, verlangte er zu wissen.

Demeon verzog das Gesicht. „Das kann ich euch nicht sagen. Er will nicht, dass irgendjemand seine Pläne kennt.“

„Als er dir das gesagt hat, wusste er noch nicht, dass er spurlos verschwinden und seine Freunde sich auf die Suche nach ihm machen würden“, erwiderte Leon einigermaßen gefasst. „Das ist ein Notfall, der jegliche Versprechen nichtig macht.“

„Ich kann es euch nicht sagen“, blieb der ehemalige Zauberer stur und erneut kochte die Wut in Leon hoch.

Nicht nur in ihm, denn er konnte Shezas Zähne neben ihm knirschen hören und sah aus dem Augenwinkel, wie sie nach dem Dolch an ihrem Waffengürtel griff. „Doch das kannst und wirst du!“, stieß sie wütend aus.

„Ihr versteht nicht“, erwiderte Demeon und hob die Hand, an der sich ein großer Siegelring befand. „Selbst wenn ich es wollte, könnte ich es nicht.“

Leon runzelte irritiert die Stirn, den Blick auf das eigentlich recht gewöhnliche Schmuckstück gerichtet.

„Marek hat diesen Ring mit einem starken Zauber belegt, der verhindert, dass ich Details über meine Gespräche mit ihm preisgebe“, erklärte Demeon.

„Denkst du wirklich, dass wir das glauben?“, stieß Sheza verächtlich aus.

„Das solltet ihr.“

Die Kriegerin lachte verärgert auf. „Wenn das stimmt, sollten wir ihn einfach loswerden.“

Demeon schüttelte den Kopf. „Man kann ihn nicht abziehen.“

„Nicht?“ Sie hob die Brauen und der Ausdruck in ihren Augen gefiel Leon überhaupt nicht. „Es gibt auch andere Wege.“

Sheza war so schnell, dass Leon nicht mehr einschreiten konnte. Innerhalb von Sekunden hatte sie ihr Schwert gezogen und ließ es unter dem entsetzten Keuchen aller anderen auf Demeons Arm niedersausen. Womit keiner von ihnen gerechnet hatte, war, dass das Schwert wie von einer unsichtbaren Rüstung funkensprühend abprallte und Sheza fluchend zurücktaumelte, weil ihr andernfalls die Waffe aus der Hand gesprungen wäre.

„Bei den Göttern!“, stieß sie mit großen Augen aus und auch Leon war von der Kraft des Zaubers beeindruckt. Demeon hatte die Wahrheit gesagt und Marek seinen Alleingang bezüglich des Zirkels anscheinend gut geplant.

„Der Ring schützt mich gleichzeitig vor Attacken“, fügte Demeon etwas zu spät und mit einem kleinen Schmunzeln an, „wofür ich ausgesprochen dankbar bin.  Selbst wenn der Zirkel mich hier finden würde, könnte er mir nichts anhaben. Ganz davon abgesehen, dass ich jedem zur Last fallen würde, der es wagt, mich mitzunehmen. Ihr habt mich, wie ihr sicherlich schon feststellen konntet, nicht nur meiner magischen Kräfte beraubt, sondern auch der Lebensjahre, die mir durch die Magie geschenkt wurden. Ich bin alt und gebrechlich und kann den Menschen um mich herum tatsächlich nur noch mit meinem Rat zur Seite stehen.“

„Sucht der Zirkel denn nach dir?“, fragte Sheza hellhörig.

„Das könnte passieren“, gab Demeon zu und verzog im nächsten Moment schmerzgeplagt das Gesicht. Anscheinend war auch das schon eine Information, die der Mann nicht preisgeben sollte. Leon war sich sicher, den Ring an seiner Hand leicht schimmern gesehen zu haben.

„Warum?“, hakte Sheza trotzdem nach.

Demeon schloss die Augen und schüttelte den Kopf, worauf die Kriegerin entnervt aufstöhnte. „Das kann doch nicht wahr sein! Unsere einzige brauchbare Quelle, wird von elendiger Magie eingeschränkt! So werden wir weder Marek noch Alentara finden.“

Demeon sah sie alarmiert an. „Alentara ist auch verschwunden?“

Sheza nickte betrübt.

„Dann hatte er recht“, sprach Demeon eher zu sich selbst, als zu ihnen. „Wann ist das passiert?“

„Vor zwei Wochen – warum hat er damit gerechnet?“

„Weil …“ Mehr kam nicht über die Lippen des alten Mannes. Stattdessen verzog er wieder das Gesicht und schüttelte den Kopf.

 

 

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5. April 2017 - 16:54

Rezensionen zu Callboy to Go

Amazon Rezensionen

 

“Mit “Callboy to Go” ist den Autorinnen eine erfrischende Liebesgeschichte gelungen, bei der man die Zeit, aufgrund der steten Spannung, vergessen kann.”

Vollständige Rezension bei ‘BuchBria’

 

“Mia und Chris sind ein herzliches Pärchen, das für turbulente und liebenswerte Lesestunden sorgt. Die Handlung ist spontan, witzig und aufregend beschrieben, die Emotionen und Erlebnisse sind ehrlich und authentisch widergegeben. Also alles in allem ist es eine Geschichte, die sich innerhalb weniger Stunden verschlingen lässt und den Leser positiv aus der Erzählung entlässt.”

Vollständige Rezension bei ‘Merlins Bücherkiste’

 

“Beim Lesen wirkt einem warm und man entwickelt eine große Sehnsucht nach dem Sommerurlaub – so erging es mir wenigstens.”

Vollständige Rezension bei ‘fraeulein_lovingbooks liest’

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22. March 2017 - 11:01

Leseprobe von Lyamar – Vergessene Welt – Band 1: Malins Erben

Prolog

 

 

Ein. Aus. Ein. Aus. Ruhig bleiben. Konzentrieren. Das war alles, worauf es jetzt ankam. Sein Plan war gut. Er würde funktionieren. Sobald der Zauberer in den Kreis der magischen Objekte trat, wurden seine Kräfte ausgeschaltet und er konnte ihm nichts mehr anhaben. Dann konnte man ihn töten, ohne wie beim letzten Mal selbst in Gefahr zu geraten.

Ma’hariks Fäuste schlossen sich fester um den Knauf seines Schwertes und er biss die Zähne zusammen. Da war wieder dieses hohle Gefühl in seinem Bauch, das sich immer weiter ausbreitete, die Stimme in seinem Hinterkopf, die ihn drängte, seinen Platz hinter dem Regal mit den Zauberutensilien zu verlassen; wieder zu gehen, seinen Hass unter Kontrolle zu bringen und dem Pfad der Rache den Rücken zu kehren. Er durfte nicht auf sie hören. Nefian musste gerächt werden! Der Zirkel musste ausgelöscht werden, sonst starben weitere gute Menschen, die das nicht verdient hatten! Niemand außer ihm konnte den Zauberern in dieser Welt die Stirn bieten, sie töten. Es war seine Aufgabe, seine Pflicht, das zu tun!

Ma’hariks Blick schweifte zur Tür der kleinen Hütte, in der er sich aufhielt. Sie wackelte ein wenig durch den starken Wind, der momentan durch das Vorgebirge fegte, knarrte dabei unangenehm, doch niemand öffnete sie. Es waren noch nicht einmal Schritte dahinter zu vernehmen. Vielleicht hatte sich die magische Runenscheibe ja doch geirrt. Ma’harik griff mit einer Hand unter den Mantel, in die seitliche Tasche seiner Weste und holte die ungefähr handtellergroße metallene Scheibe hervor. Von den fünf normalerweise durchsichtigen Steinen, die zwischen den Runenzeichen eingelassen waren, leuchteten vier in einem dunklen rot, was bedeutete, dass der Zauberer jetzt noch näher heran war als zuvor. Und flimmerte nicht auch schon ein winziges Licht in dem letzten Stein in der Mitte? Ja! Das hieß, der Mann musste jeden Moment in der Hütte auftauchen.

Hastig steckte Ma’harik die Scheibe zurück in seine Tasche, stieß dabei jedoch mit dem Ellenbogen gegen etwas hinter ihm, das mit einem Poltern zu Boden ging und ihn erschrocken zusammenzucken ließ. Ein schweres Buch, das nun aufgeklappt neben ihm lag und den Blick auf ein paar alte Pergamente freigab, die man dort hineingelegt haben musste. Er runzelte die Stirn. Das waren Landkarten. Nicht von Falaysia, sondern von einem Land namens Lyamar. Hieß so nicht der andere Kontinent dieser Welt? Und warum waren alle Bezeichnungen in der Schriftsprache der M’atay verfasst?

Zögernd streckte er die Hand danach aus, doch gerade in diesem Moment öffnete sich die Tür der Hütte und der Zauberer trat ein. Ma’harik duckte sich rasch und spähte mit hämmerndem Herzschlag durch die Lücke zwischen den vielen Töpfen und Schalen des Regals. Assarel war ein großer, kräftiger Mann, mit einem langen braunen Bart und ebenso langem Haar, das er zum Teil mit dünnen Zöpfen rechts und links von seinem Gesicht gebändigt hatte. Auf den ersten Blick verriet nichts an ihm, welche Kräfte in ihm schlummerten und welcher machthungrigen, gnadenlosen Gruppe er sich angeschlossen hatte. Er sah freundlich, aber auch ein wenig müde aus und setzte sich nun mit einem tiefen Seufzer auf den Hocker nahe des Eingangs, um sich seine Stiefel auszuziehen. Leider noch außerhalb des magischen Kreises.

Ma’harik versuchte so leise wie möglich zu atmen, sich nicht zu bewegen, doch er saß nun schon derart lange in dieser gekrümmten Haltung da, dass es langsam immer schwerer wurde. Wenn Assarel ihn entdeckte, bevor er in den Schutzkreis trat, würde es äußerst gefährlich und schwierig werden, ihn zu töten. Schon bei seinem letzten Opfer hatte Ma’harik mehr Glück als Verstand gehabt und dass er ein zweites Mal in einem Duell mit einem richtigen Zauberer siegte, war äußerst unwahrscheinlich. Die drei Jahre Training mit Jarej konnten ein ganzes Leben an Erfahrungen nicht aufwiegen.

Der Mann erhob sich nun mit einem weiteren Seufzer, sah kurz hinüber zur Tür und begab sich dann an seinen Tisch und damit endlich hinein in die Falle, die ihm gestellt worden war. Rasch ließ Ma’harik seine Kräfte zusammenlaufen, konzentrierte sich auf die versteckt aufgestellten Kerzen, und ließ die Energie frei. Assarel fuhr erschrocken herum, doch es war schon zu spät. In einer kleinen Stichflamme entzündeten sich die Kerzen und die Runensteine, die Ma’harik ebenfalls ausgelegt hatte, leuchteten hell auf, erschufen den unsichtbaren Käfig, aus dem sich kein Zauberer befreien konnte, der nicht auf die Kraft aller Elemente zugreifen konnte.

Assarel schien das auch schnell zu erkennen, nachdem er tastend seine Hände gehoben und in alle Richtungen bewegt hatte. „Ich hätte das ahnen müssen“, sagte er mit Grabesstimme. „Die anderen haben mich gewarnt.“

Obwohl er jetzt in Sicherheit war, fiel es Ma’harik nicht leicht, hinter dem Regal hervorzukommen und sich dem Mann zu zeigen. Sein langer Mantel besaß zwar eine Kapuze, aber diese ließ sich nicht so weit ins Gesicht ziehen, dass man dieses nicht mehr erkennen konnte. Daran musste er noch dringend arbeiten.

Verblüffung zeigte sich auf Assarels Gesicht, als Ma’harik sich ihm näherte. „Du bist der gefährliche Rächer Nefians?“, stieß er ungläubig aus. „Du bist Na’hadir?“

Ma’harik nickte knapp und blieb außerhalb des Kreises stehen.

„Du bist ja noch ein halbes Kind!“, fuhr der Mann fort. „Wie alt bist du? Fünfzehn? Sechzehn?“

Gut geraten – aber das musste er nicht wissen.

„Spielt das eine Rolle?“, fragte Ma’harik kühl. Endlich hatte er seine Aufregung im Griff!

„Du bist noch jung – du musst das nicht tun“, kam der Mann gleich zur Sache.

„Ah – du meinst, ich habe in dem Alter noch ein Herz, an dem man rühren kann“, erwiderte Ma’harik mit einem verständnisvollen Nicken. „Ich muss dich leider enttäuschen“, er klopfte sich mit der flachen Hand auf die Brust, „da ist nichts mehr, das fühlt.“

Er umgriff sein Schwert wieder mit beiden Händen, während der Zauberer die seinen abwehrend hob. „Warte! Junge! Du begehst einen schwerwiegenden Fehler!“

„Hast du dafür gestimmt, Nefian zu töten?“, stieß Ma’harik nun doch etwas unbeherrschter aus, und das Herz, von dem er behauptet hatte, das es zu keiner Regung mehr fähig sei, zog sich bei diesen Worten schmerzhaft zusammen. „Hast du?!“

„Der Zirkel … sie planen etwas ganz Großes, etwas, das unsere Welt vollkommen aus den Fugen bringen könnte“, wich Assarel seiner Frage aus. „Ich habe mich hier in die Einsamkeit zurückgezogen, weil ich einen Weg finden will, den Plan der anderen zu verhindern. Das musst du mir glauben. Wenn du mich tötest, sind wir alle verloren.“

„BEANTWORTE MEINE FRAGE!“, platzte es ungehalten aus Ma’harik heraus.

Der Zauberer schluckte schwer und senkte schließlich die Hände. Resignation zeigte sich auf seinem Gesicht, ehe er nickte.

Ohne zu zögern, stieß Ma’harik zu, versenkte sein Schwert tief in der Brust des Mannes, der nur noch weit die Augen aufreißen konnte, bevor er mit einem erstickten Röcheln in die Knie ging.

„Kein einziges Zirkelmitglied wird auch nur irgendeinen seiner widerlichen Pläne in die Tat umsetzen“, presste Ma’harik zwischen den Zähnen hervor und zog mit einem Ruck das Schwert aus Assarels Brust, „weil ich sie alle vorher töten werde!“

Der Blick des Zauberers kehrte sich nach innen, dann kippte er zur Seite und sein schlaffer Körper schlug mit einem Rums auf dem Boden auf. Ma’harik wusste nicht, ob der Mann seine Worte noch vernommen hatte, aber das war ihm auch gleich. Wichtig war nur, dass ein weiterer von Nefians Mördern den Tod gefunden hatte. Die Trauer und der Hass in seinem Innerem wurde dadurch nicht geringer, aber die Aussicht, eines Tages nicht mehr Angst vor Verfolgung haben zu müssen, vielleicht sogar ruhiger schlafen zu können, war zu schön, um nicht weiter dafür zu kämpfen.

Es waren schnelle Schritte von draußen, die Ma’harik erschrocken zusammenfahren und das blutverschmierte Schwert erneut heben ließen, dann flog die Tür auch schon auf und er hielt entsetzt den Atem an. Das Gesicht, in das er blickte, war jünger als das seine – ein Junge von maximal fünf Jahren – und das Wort, das das Kind beim Anblick von Assarels lebloser Gestalt ausstieß, ging Ma’harik durch Mark und Bein: „Papa?!“

 

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21. March 2017 - 18:18

Leseprobe von Monandor – Kind der Dunkelheit

Todbringer

 

 

 

 

Es fühlte sich seltsam an, zuhause zu sein und zur selben Zeit Jaros Anwesenheit zu spüren. Die beiden Welten, in denen Risa als Kind eine Zeit lang gelebt hatte und die vor drei Wochen wieder aufeinandergeprallt waren, hatten sich plötzlich vereint und sie wusste noch nicht, wie sie damit umgehen sollte, konnte kaum absehen, welche Folgen dies mit sich bringen würde. Es war nicht nur so, dass sie ihrem Volk nicht ganz traute, sondern sie spürte auch, dass Jaro sich in der derzeitigen Situation nicht wohl fühlte. Wie sollte er auch? Er war mit ihr in ihrer Höhle eingesperrt worden, nun schon seit drei vollen Tagen und Nächten, und das musste für ein Kind des Lichts, einen Menschen, der es liebte, seine Zeit draußen an der frischen Luft, in der Sonne zu verbringen, eine einzige Qual sein.

Obgleich er sich große Mühe gab, seine Gefühle vor ihr zu verbergen, sie umsorgte, wie sie es für ihn getan hatte, und sanft und liebevoll mit ihr umging, spürte sie es: die wachsende Unruhe, die Traurigkeit, den Frust, die unterschwelligen Ängste. Jeden Tag wurde es ein bisschen schlimmer, war es ein bisschen deutlicher zu fühlen, doch bedauerlicherweise konnte sie ihm nicht helfen, es ihm nicht ermöglichen, wenigstens für ein paar Stunden am Tag allein hinaus zu gehen, Ruhe vor dem Volk zu haben, das noch vor kurzem der schlimmste Feind gewesen war. Es verstieß gegen die strengen Regeln, die mit dem Lometa-Recht einhergingen, und in ihrem geschwächten Zustand war Risa nicht fähig, daran zu rütteln. Zudem konnte der Versuch, die Regeln aufzuweichen, sehr gefährlich für sie beide werden.

Jaro war ein Gefangener der Monandor. Ihr Volk vertraute den Kindern der Lichts nicht und hatte bereits Schwierigkeiten, überhaupt einen Diatar-Krieger in ihrer Mitte zu akzeptieren. Davon abgesehen, dass es nur sehr selten passierte, waren die Diatar, die bisher in die Höhlen gekommen waren, entweder schon bald gestorben oder Kinder und Frauen und somit keine große Gefahr für ihr Volk gewesen. Jaro war ein erwachsener Mann, größer als die meisten hier und jeder konnte sehen, dass er zusätzlich in einer sehr guten körperlichen Verfassung war. Er sah durch sein dickes, lockiges Haar zwar nicht aus wie die meisten Diatar-Krieger, aber er besaß deren typische Tätowierungen und Risa ging davon aus, dass es sich in den vergangenen Tagen herumgesprochen hatte, welche Aufgabe ihm in seinem Stamm zugekommen war.

Misstrauen und Angst konnten leicht dazu führen, dass man Risas Loyalität gegenüber ihrem Volk in Frage stellte, eben weil sie Jaro durch das Lometa-Recht gerettet und allen damit gezeigt hatte, wie wichtig er für sie war. Jetzt galt es erst einmal die dadurch entstandene Verstörung unter den Ihrigen auszulöschen, um möglichst viele Unterstützer für ihre Sache zu gewinnen – und nicht neue Unruhe zu provozieren.

Dass viele Menschen ihres Volkes neben ihrer Angst auch eine gewisse Neugierde verspürten, war eigentlich ein gutes Zeichen. Bedauerlicherweise belastete es Jaro und damit auch Risa zusätzlich, weil sie ständig Besuch bekamen und der Grund dafür nur allzu offensichtlich war: Jeder wollte ihn sehen – den Diatar, der ihr Orakel gerettet hatte und nun dessen Besitz war; den wilden Krieger, der schon unzählige Monandor getötet haben sollte. Jaro war viel zu schnell zu einer Attraktion geworden, die jeder gesehen haben musste, und es war schwer, die Leute, die nicht direkt mit Risa befreundet waren, davon abzuhalten, sich vor ihrer Höhle aufzuhalten oder zumindest ab und an an ihr vorbeizulaufen, um vielleicht einen Blick  ins Innere erhaschen zu können.

Auch wenn die Besucher und neugierigen Herumlungerer die Eintönigkeit der letzten Tage aufgelockert hatten, sie machten Jaro zusätzlich nervös und sorgten dafür, dass auch zwischen ihm und Risa Spannungen entstanden, gegen die sie nichts tun konnten. Zusammengenommen mit der Gewissheit eines nahenden Weltunterganges, über den sie beide derzeit kaum wagten zu sprechen, war dies eine Belastung, der weder sie noch Jaro auf Dauer gewachsen war. Früher oder später würde sich alles mit einem großen Knall entladen und Risa wusste ganz genau, dass dies üble Folgen für den Diatar und sie selbst haben würde. Genau deswegen musste sie etwas dagegen unternehmen, konnte nicht weiter Rücksicht auf ihre eigene Gesundheit nehmen.

Es war ein paar Stunden vor der Abenddämmerung, als Risas Plan, der gleich mehrere ihrer Probleme in Angriff nehmen sollte, stand. Sie erhob sich, schwang die Beine über den Rand und setzte die Füße entschlossen auf dem Boden auf. Sehr viel weiter kam sie aus eigener Kraft zu ihrem Leidwesen nicht. Ihr Kopf schwirrte bereits und der ziehende Schmerz in ihrem Oberschenkel machte sie unmissverständlich darauf aufmerksam, dass ihre Stichwunde noch nicht vollständig verheilt war und es gute Gründe gab, warum ihr von Hetha in den ersten Tagen strenge Bettruhe verordnet worden war.

„Warte!“, vernahm sie Jaros angenehm tiefe Stimme und im nächsten Augenblick war er auch schon bei ihr, ergriff ihren Arm und half ihr dabei aufzustehen.

Ihr Bemühen war an sich nicht ungewöhnlich. Seit gestern hatte Risa damit begonnen, immer wenn sie wach war, wenigstens einmal aufzustehen und in der Höhle oder auch auf dem Plateau davor hin und her zu laufen, um ihren Kreislauf in Schwung zu bringen. Dieses Mal hatte sie allerdings etwas anderes vor, etwas das Jaro guttun würde und gleichzeitig zu einem dringend notwendigen Fortschritt in Bezug auf die Vorkehrungen für den Weltuntergang führen konnte.

„Es geht schon“, log sie und wies hinüber zu der Gehhilfe, die der Diatar erst gestern fertig gestellt hatte. „Gib mir die Krücke – ich muss mich langsam daran gewöhnen, wieder selbstständiger zu werden.“

Jaro bedachte sie mit einem kritischen Blick, kam aber schließlich ihrem Wunsch nach und überreichte ihr seine Arbeit fast feierlich. Ihm war anzumerken, dass er stolz darauf war, und Risa mochte die wundervoll bearbeitete Stütze schon jetzt, war es doch zum großen Teil ihr zu verdanken, dass er noch nicht durchgedreht war. Die Arbeit mit den Händen hatte ihn abgelenkt, ihn eine Zeit lang vergessen lassen, dass er eingesperrt war. So wie Risa das Malen liebte, liebte Jaro die Schnitzerei und es war wundervoll ihm dabei zuzusehen, wie er ganz selbstvergessen, diesem Handwerk nachging.

„Scheint genau zu passen“, stellte er erfreut fest, als sie sich den oberen, mit Fell überzogenen Teil in die Achselhöhle schob und den seitlichen Griff mit der Hand packte. Es fühlte sich gut an, allein stehen zu können und sie schenkte dem jungen Mann ein strahlendes Lächeln, das er sofort erwiderte. Seine  großen, braunen Augen leuchteten vor Freude und es fiel ihr schwer, nicht ihre Hand auszustrecken, um ihm die dunkeln Locken aus der Stirn zu streichen.

„Dann steht unserem Ausflug ja nichts mehr im Weg“, verkündete sie.

„Ausflug?“ Jaro sah sie überrascht an.

„Ganz genau!“, bestätigte sie und wagte die ersten Schritte an ihm vorbei, auf den Vorhang ihrer Höhle zu. Auch wenn ihr Bein beim Laufen immer noch schmerzte, funktionierte es mit der Stütze wunderbar.

Jaro war schnell wieder an ihrer Seite, um den Vorhang für sie zu öffnen, und als sie nach draußen trat, wunderte sie sich nicht, dass gerade ein paar Kinder auf dem Plateau fangen spielten. Eines davon war der neunjährige Sohn ihrer Cousine Enia, der sofort innehielt und wie die anderen beiden Kinder, ein Mädchen und ein Junge, Jaro mit großen Augen anstarrte. Risa schien hingegen Luft für ihn zu sein, selbst als sie direkt auf ihn zuhielt und vor ihm stehenblieb.

„Kann ich dir helfen, Pito?“, fragte sie schmunzelnd und riss den Jungen erst damit aus seiner Starre.

„W…wieso?“, stammelte er und seine Ohren liefen genauso rot an wie seine Wangen.

„Du siehst aus, als hättest du Fragen“, erklärte sie belustigt und beobachtete dabei, wie die anderen Kinder sich schnell zurückzogen. Die Rolle der Shimana des Stammes hatte einige Vorteile. Eine Respektsperson zu sein, die von vielen beinahe gefürchtet wurde, gehörte eindeutig dazu.

Mit Pitos Respekt schien es allerdings nicht weit her zu sein, denn er sammelte sich relativ schnell und räusperte sich. „Bleibt er jetzt für immer hier?“, wagte er doch tatsächlich zu fragen und wies mit dem Finger auf Jaro, der gerade neben sie trat.

Risas Selbstsicherheit schwand innerhalb von Sekunden dahin, weil sie nicht wusste, was sie darauf erwidern sollte, ohne Jaros Ängste und Unbehagen zu schüren.

„Natürlich“, erwiderte der Diatar zu ihrer großen Verblüffung an ihrer Stelle, „ich werde bald euer neuer Stammesführer und für richtig viel Spaß hier sorgen. Aber sag es noch keinem. Es soll eine Überraschung sein.“

Pito riss entsetzt die Augen auf, was Jaro dazu veranlasste, laut aufzulachen, und den Jungen nur noch mehr erschreckte. Ihr selbst zauberte es ein Lächeln auf die Lippen. Jaro lachen zu hören, war für sie immer schon ein Genuss gewesen und sie war froh, dass ihm gerade hier danach zumute war.

„Er macht nur Scherze“, erklärte sie dem verängstigten Kind und sah Jaro rügend an, als er Pito kurz zuzwinkerte. „Und er ist echt nett, weißt du? Niemand, vor dem man sich fürchten muss.“

Dieses Mal nickte ihr Freund und der Junge wagte es, erleichtert aufzuatmen und den Diatar noch einmal zu mustern. Es war eindeutig Zeit, das Gespräch zu beenden.

„Lass uns runter gehen“, schlug Risa rasch vor, bevor Pito noch etwas sagen konnte, und lief voran, auf die erste der vielen Treppen zu, die sie bewältigen musste.

Leider schloss nicht nur Jaro schnell zu ihr auf, sondern auch das Kind. Neugierig beobachtete es, wie Jaro Risa die Krücke abnahm und sie nun das Geländer und seinen Arm nutzte, um die Stufen hinab zu humpeln.

„Bist du wirklich einer der Todbringer?“, wandte es sich nach einer Weile direkt an den jungen Krieger und Risa hätte Pito am liebsten den Mund zugehalten – auch wenn es schon zu spät war und sie gar nicht an ihn herangekommen wäre.

Jaros Brauen bewegten sich aufeinander zu und er warf einen kurzen Blick auf den Jungen an seiner Seite. „Todbringer?“

Pito nickte und Risa seufzte resigniert. „So nennen viele Monandor die Krieger deines Stammes“, fühlte sie sich gezwungen zu erklären, während sie sich weiter die Treppenstufen hinabkämpfte.

„Und ‚Murtos‘“, setzte das Kind nun auch noch hinzu.

„Was heißt das?“, wandte sich Jaro dieses Mal sofort an sie.

Sie schluckte, entschloss sich aber die Wahrheit zu sagen. „Schlächter“, übersetzte sie widerwillig.

Die Gesichtszüge ihres Freundes entgleisten. Er öffnete den Mund, brachte jedoch nichts heraus.

Risa blieb stehen, umfasste seinen Unterarm in einer versöhnlichen Geste und suchte den Kontakt zu seinen Augen. „Nicht nur dein Volk neigt dazu, Geschichten zu verbreiten, deren wahrer Kern winzig klein ist“, erklärte sie. „Und auch wir haben dadurch Angst vor euren Kriegern. Monster kann man überall sehen – auch wenn sie auf keiner Seite existieren.“

Pito, der ein paar Stufen weiter gelaufen war, kam zu ihrem großen Bedauern wieder zu ihnen hoch und ihm war anzusehen, dass sein Wissensdurst noch längst nicht gestillt war.

„Du siehst auf jeden Fall nicht wie ein Monster aus“, sagte der Junge und musterte Jaro gründlich, der immer noch zu verarbeiten schien, was er gerade gehört hatte.

„Nein?“, gab er etwas verzögert zurück, weil Risa sich entschlossen hatte, weiterzugehen und er sich wieder darauf konzentrierte, ihr zu helfen. „Wie sehen die denn aus?“

„Sie haben auf jeden Fall keine Haare und sind riesige Muskelprotze“, berichtete Pito aufgeregt. „Und wenn sie schreien, platzt einem das Trommelfell. Sie könnten mich mit nur einem Faustschlag töten!“

Jaro gab ein amüsiertes Prusten von sich. „Mit nur einem Faustschlag?“, wiederholte er.

Pito nickte überschwänglich. „Das liegt daran, dass sie die Herzen ihrer Gegner essen. Sie bekommen dadurch zusätzliche Kraft. Hast … hast du das auch schon getan?“

„Herzen gegessen?“ Jaro sah den Jungen mit einer Mischung aus Unglauben und Belustigung an und schüttelte dann den Kopf. „Nein.“

„Aber … alle erzählen, dass du einer ihrer Krieger bist“, erwiderte Pito enttäuscht.

„Bin ich ja auch, aber menschliche Herzen gehören mit Sicherheit nicht zu meinen Lieblingsspeisen. Und ich kann dir noch etwas verraten.“ Jaro beugte sich ein Stück zu dem Kind hinunter. „Ich kenne auch keinen anderen Krieger, der das jemals getan hat.“

„Wusst ich’s doch!“, rief Pito erfreut aus. „Das erzähle ich den anderen!“

Mit beneidenswerter Schnelligkeit eilte der Junge davon und Risa atmete erleichtert auf. Es mochte nicht lange anhalten, aber sie hatten wenigstens für den Moment erst einmal Ruhe.

„Tut mir leid, dass er dich so belästigt hat“, entschuldigte sie sich auf der nächsten Etage und nahm wieder ihre Krücke an sich, erfreut darüber, wenigstens ein Stück auf ebener Fläche laufen zu können.

„Schon gut“, winkte Jaro ab, „ich mag Kinder.“

Sie sah ihn prüfend an und musste feststellen, dass er eher bekümmert als verärgert aussah. Ihr Hand fand von ganz allein die seine, drückte sie sanft. „Was ist?“

„Ich habe nie darüber nachgedacht, wie wir von euch wahrgenommen werden“, gestand er. „Ich bin immer davon ausgegangen, dass ihr uns eher hasst als fürchtet.“

„Weil dein Volk dir beigebracht hat, uns als Monster zu sehen, die keine anderen Gefühle kennen“, erklärte sie und strich mit ihrem Daumen sanft über seinen Handrücken, versuchte den physischen Kontakt nicht zu sehr zu genießen, „genauso wie das meine es unseren Kindern beibringt.“

Jaros Augen wanderten hinunter zur Dorfmitte, in die sie über das Geländer blicken konnten und in der es noch recht ruhig zuging. „Das sollte nicht so sein“, sagte er leise.

„Nein, sollte es nicht“, stimmte sie ihm zu. Deswegen haben die Götter uns zusammengeführt – damit wir das ändern.“

„Und du meinst das können wir noch rechtzeitig?“ Er hob fragend die dunklen Brauen, sah nun viel eher wie ein großer Junge als wie ein gefährlicher Krieger aus – dem hilflosen Kind von damals so ähnlich …

Risa ignorierte das leichte Ziehen in ihrer Brust, das immer von dem Bedürfnis, Jaro in die Arme zu schließen, begleitet wurde, und zwang sich zu einem Nicken.

„Vorurteile können sich nur halten, wenn man nicht eines besseren belehrt wird“, sagte sie, „und das wiederum kann nur passieren, wenn man Kontakt zu denen hat, die man fürchtet oder hasst. Hast du gesehen, wie schnell Pito seine Angst vor dir verloren hat? Die Götter haben dich nicht umsonst hierhergebracht.“

„Ich hab mich selbst hierher gebracht“, wandte er schmunzelnd ein.

„… und da du wiederum von den Göttern erwählt wurdest …“

Er lachte leise. „Schon gut, du hast gewonnen – du willst also, dass dein Volk mich kennenlernt?“ Jaro gelang es gut, seine eigenen Ängste und Sorgen zu überspielen, aber sie durchschaute ihn, konnte immer noch seine innere Anspannung fühlen, die mit ihrem Wunsch sicherlich nicht abnahm.

„Nicht alle auf einmal – und bestimmt nicht sofort“, beruhigte sie ihn. „Wir gehen hinunter zum Dorfplatz und gucken, wer da ist. Das machen wir ein paar Tage hintereinander und …“

„Weil wir ja so viel Zeit haben“, unterbrach er sie sanft aber bestimmt und brachte damit sofort ihr eigenes Unbehagen zurück.

„Gut“, seufzte sie und drückte ihm erneut die Krücke in die Hand, weil sie die nächste Treppe erreicht hatten, „dann halt nicht ein paar Tage hintereinander. Lass uns einfach damit anfangen und später überlegen, wie wir weiter vorgehen, ja?“

Jaro biss sich auf die Unterlippe und nickte schließlich. Was sollte er auch anderes machen? Augenblicklich gab es nicht viel, was sie tun konnten.

 

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