13. March 2013 - 19:08

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24. December 2016 - 14:16

‘Diatar – Kind des Lichts’ ab sofort erhältlich!!

Liebe Leser,

der Auftakt zu meiner neuen Fantasy/Dystopie-Trilogie  ‘Diatar – Kind des Lichts’ ist pünktlich zu Weihnachten fertig geworden und ab sofort als Ebook bei

Amazon für 3,99 €

und als Taschenbuch bei

Amazon für 11,99 €

erhältlich!

Diatarebook

 

Greift zu und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr nach dem Lesen eine Rezension bei Amazon hinterlasst!

Ich wünsche euch ein ganz tolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr,

 

eure Ina Linger

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18. December 2016 - 17:13

Zweite Leseprobe von ‘Diatar – Kind des Lichts’

Ausweglos

 

 

Jaro wusste es. Sofort. Jeder Schmerz hatte seinen Preis: die Einschränkung der Bewegungsfreiheit; den Entzug der Kraft; den Verlust des Bewusstseins … Dieser hier war schärfer, tiefer, beängstigender als jeder andere, den er zuvor gefühlt hatte, seine Bedeutung eindeutig: Verlust des Lebens.

Er wollte es nicht denken und dennoch wusste er es. Fühlte es, bevor der Dolch wieder aus seiner Seite herausglitt, das Blut unhaltbar der Schneide folgte.

Jaro fuhr herum, rammte seinem hämisch grinsenden  Gegner den Ellenbogen gegen das Kinn und stieß ihm fast im selben Atemzug den Pfeil in die Kehle, den er gerade eben aus einem der anderen Monandor gezogen hatte. Die bleichgesichtige, dämonische Kreatur schnappte überrascht nach Luft, bevor sie Blut spuckend vor ihm in die Knie ging, sich den Hals haltend niedersank, mit einem Vorwurf in den Augen, der Jaro völlig kalt ließ.

Er taumelte zurück, hinein in die dicht und hoch wachsenden Farne des Waldes, versuchte auf den Beinen zu bleiben. Ihm blieb nicht viel Zeit, um dem Tod zu entkommen. Das Blut sickerte unter seinem ledernen Brustschutz in sein Hemd. Zu schnell. Zu viel auf einmal. Fahrig griff er nach dem kleinen Täschchen, das an seinem Waffengürtel befestigt war, und riss es ab, behielt die anderen Kämpfenden im Blick, während er es eilig öffnete und das kleine Fläschchen aus seiner Halterung löste. Es sah nicht gut aus für die Krieger seines Stammes, erkannte er, obwohl die Schmerzen seine Wahrnehmung beeinflussten, es schwer machten, dem Kampfgetümmel zu folgen. Die Monandor waren reißende Bestien, die neben ihren scharfen Dolchen und Schwertern, ihren vergifteten Pfeilen und Speerspitzen ihre Zähne und Krallen einsetzten, um ihre Gegner zu zerfetzen. Und es waren zu viele. Einfach zu viele.

Es kam fast einem Wunder gleich, dass sich nicht bereits ein weiterer dieser Dämonen auf ihn gestürzt hatte, dachte Jaro, als er den bitteren Sud, der seinen Blutfluss verlangsamen und ihm seine Stärke zurückgeben sollte, hastig hinunterstürzte und sich dabei weiter rückwärts ins Dickicht bewegte. Er konnte seinen Kameraden nicht mehr helfen und mit Sicherheit würde er seinem Feind weder Blut noch Fleisch überlassen, würde nicht erlauben, dass sie sich an seinem Körper bedienten, durch ihn noch weitere Stärke gewannen. Die Götter würden ihn und sein Volk bestrafen, wenn er das zuließ. Deswegen verließ er das Schlachtfeld, wie es die Gesetze vorschrieben, musste einen Weg finden, zurück nach Hause zu kehren, bevor er starb – oder seinen Körper an die Natur zurückgeben, durch Feuer oder Wasser.

Das Mittel begann zu wirken und Jaro gewann die volle Kontrolle über seinen Körper zurück, bewegte sich schneller durch das Dickicht als zuvor, ließ die Kampfgeräusche, die Schreie seiner Brüder hinter sich. Sein Blut lief jedoch weiter, durchnässte bereits seine ganze linke Seite, sickerte in seine Hose. Und die Schmerzen wollten nicht verklingen, erschwerten ihm das Atmen und Denken. Wohin? Wo war er überhaupt? Er kannte den Wald viel besser als jeder andere, hatte er doch bereits als Kind den Großteil seiner Zeit darin verbracht. Sogar bei Nacht. Obwohl es nicht erlaubt war. In der Dunkelheit, die sich wie ein schwerer Mantel über jeden Baum und Busch legte, sah die Welt jedoch ganz anders aus, schwand alles Vertraute dahin – zu lange war es her, dass er sich in der Dämmerung hatte bewegen können wie einer der Dämonen. Und auf seine Sinne war durch die Schmerzen und den Blutverlust auch kein Verlass mehr.

Schritt für Schritt taumelte er weiter, stieß sich hier und dort von einem Baum ab, weil die Kraft in seinen Beinen nicht mehr reichte, um ein gleichmäßig schnelles Tempo beizubehalten. Schließlich musste er doch innehalten, lehnte sich gegen einen dickeren Baumstamm und umklammert ihn in seiner Verzweiflung. Die Lider schlossen sich von ganz allein, waren wie Balsam vor seinen brennenden, müden Augen, konnten dort jedoch nicht lange verweilen.

Jaro drehte sich, drückte seinen Rücken gegen die raue Borke und nutzte den Stamm als Stütze, während er seinen Brust- und Schulterschutz löste und das mit Blut getränkte Hemd über der Wunde aufriss. Sie war tief und klaffend und würde mit Sicherheit nicht so schnell aufhören zu bluten – selbst mit der Droge, die er zu sich genommen hatte. Vielleicht waren auch wichtige Organe verletzt. Dann war er ohnehin verloren. Trotzdem dufte er noch nicht aufgeben, musste verhindern, dass er noch mehr Blut verlor.

Er griff nach dem oberen Rand seines Ärmels und riss ihn vom Rest des Hemdes ab. Seine Finger zitterten, als er das Stück Stoff zusammenlegte und schließlich auch seinen Waffengürtel öffnete und von jeglichem Ballast befreite. Kurz schloss er die Augen und presste die Lippen fest zusammen, versuchte sich auf das gefasst zu machen, was kommen würde. Dennoch entkam seiner Kehle ein unterdrückter Schrei, als er den zusammengerollten Ärmel auf seine Wunde drückte. Seine Ohren summten, ihm wurde schlecht und sein Sichtfeld wurde noch dunkler, als es ohnehin schon war. Doch er kämpfte sich durch die nahende Ohnmacht, schlang mit lahmen Armen den Gürtel um seinen Körper und zog ihn fest zu. Der Schmerz schwoll noch einmal an und ihm wurde schwarz vor Augen, doch als er die Augen wieder öffnete und das Dröhnen in seinen Ohren nachließ, stand er noch, gestützt durch den Baum hinter sich.

Er atmete schwer und Schweiß lief ihm über Stirn und Schläfen, während sein Herz in seiner Brust tobte und sein Kreislauf gegen jedwede weitere Anstrengung rebellierte. Auch die zitternden Beine wollten ihn kaum noch tragen. Wie gerne hätte er sich jetzt hingelegt, seinem Körper in den letzten Stunden, die ihm blieben, noch etwas Ruhe gegönnt, etwas Frieden. Doch er war noch nicht in Sicherheit, war den Dämonen noch zu nah. Und jetzt, da die Nacht mit aller Macht anrückte, wurden sie noch gefährlicher als zuvor, konnten sie sich frei bewegen und mussten nicht mehr darum fürchten, im Kampf ihren Schutz vor dem Sonnenlicht zu verlieren.

Ein dumpfes, gleichmäßiges Rauschen drang aus der Ferne an sein Ohr und sein Verstand ordnete es schließlich einem Ort zu – langsamer als sonst, aber noch schnell genug, um wieder Regung in seinen Körper zu bringen. Der Wasserfall! Die Höhle! Sie würden ihn dort nicht finden, nicht schnell genug, um noch einen Nutzen aus seinem Leichnam zu schlagen. Er musste nur dorthin kommen.

Es war nicht viel Kraft, die er zu sammeln vermochte, aber sie genügte, um sich vom Baum abzustoßen und weiter zu laufen, stolpernd, keuchend. Seine Beine waren schwer wie Blei, die Muskulatur kaum noch zu gebrauchen und die Geräusche seiner Umwelt hallten seltsam in seinen Ohren wieder, so als wären sie ganz weit weg und doch ganz nah. Begleitet wurden sie von dem überlauten, viel zu schnellen Hämmern seines Herzens, den schweren Atemzügen, die gar nicht mehr wie die seinen klangen.

Das Rauschen der Wassermassen kam näher und vor Jaro öffnete sich das Dickicht des Waldes, gab den Blick auf die tiefe Schlucht frei, in die sich der Fluss Tilandor stürzte. Seine Beine zitterten so stark, dass sie kaum noch in der Lage waren, sein Gewicht zu tragen, doch er biss die Zähne zusammen, schleppte sich weiter, jetzt eher auf die Schlucht zu als in Richtung der Höhle. Wasser oder Feuer. So lautete das Gesetz. Und die Felswand war steil, schreckenerregend in ihrer Höhe. Der Tilandor würde seinen Körper aufnehmen und verschlingen. So war es das Beste.

Wenige Meter … nur noch wenige Meter. Der nächste Schritt war kein richtiger mehr, denn die Muskulatur seines Oberschenkels reagierte nicht, gab einfach nach. Der Aufprall auf dem Boden war hart, fehlte dem Grund doch bereits an einigen Stellen das Moos und Laub des Waldes, und der Schmerz, den er mit sich brachte, war so stark, dass Jaro innerhalb von Sekunden von der wattigen, wohltuenden Schwärze verschluckt wurde, die schon die ganze Zeit nach ihm gerufen hatte.

 

Seinen eigenen Herzschlag, den vernahm er als erstes wieder. Und dann … eine Stimme? Nein. Das war doch nur das Rauschen des Wasserfalls. Es klang nur so ähnlich wie sein Name … Nein. Jetzt hörte er es ganz deutlich. Jemand flüsterte ihm etwas zu und die Stimme … sie war warm und sanft – im Gegensatz zu den Schmerzen. Diese furchtbaren Schmerzen. Er wurde zerrissen, zerfetzt. In der Mitte zerteilt. Über den Boden gezogen.

Ein verzerrter Schmerzenslaut drang an seine Ohren und es dauerte einen Moment, bis Jaro begriff, dass er von ihm selbst gekommen war. Seine Augen flogen auf. Schwarz, grau, alles war dunkel … verschwommene Schatten riesiger Felsen. Da waren seine Füße, die über den steinigen Boden geschleift wurden. Das Keuchen einer anderen Person in seinem Ohr. Schwerer, warmer Atem, der über seine Wange, seinen Hals blies. Arme unterhalb seiner Achselhöhlen, die sich um seine Brust spannten, ihn halbwegs trugen. Bleiche Arme, schlank und sehnig. Nicht die eines Mannes.

Jaros Augen fielen wieder zu. Seine Ohren summten und ihm war schlecht, so furchtbar schlecht. Er konnte das nicht weiter ertragen … diese Schmerzen. Die Dunkelheit kam erneut und ging wieder. Er wusste nicht, wie lange sie dieses Mal geblieben war, doch als er unter größten Mühen seine Augen öffnete, war es nicht mehr ganz so dunkel wie zuvor. Rötlich gelbes Licht flackerte um ihn herum und da war jemand direkt neben ihm, wandte sich ihm schließlich zu und sah besorgt auf ihn hinab. Die Kraft, sich zu erschrecken, besaß er nicht mehr, doch sein Verstand blieb zumindest solange wach, bis er das blasse Gesicht, das sich seinem näherte, zuordnen konnte. Feine, feminine Züge, umrahmt von einem Kranz weißblonden Haares … leuchtend blaue Augen … Risa. Das Dämonenmädchen.

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22. November 2016 - 14:53

Diatar – Kind des Lichts

Diatarebook

1. Teil der Mondiar-Trilogie

Leseprobe1

Leseprobe2

Rezensionen

English title: Diatar – Child of Light

Ebook:    3,99 € bei Amazon

Softcover 11,99 € bei Amazon

Hardcover: nur über die Autorin bestellbar

Genre: Fantasy, Dystopie, Romanze; Fantasy, Dystopia, Romance

 

Inhalt:

Gehe nie hinaus in die Nacht.
Meide die Dunkelheit.
Betrete niemals die Höhlen der Monandor.
Sei vor der Dämmerung zuhause.

Diese Regeln werden den Diatar von Kindesbeinen an eingebläut. Wer sich nicht an sie hält, ist des Todes. Das weiß auch der junge Krieger Jaro. Doch als er in einem Kampf mit den Monandor, den Dämonen der Dunkelheit, schwer verwundet wird, gelingt es ihm nicht mehr, vor Einbruch der Nacht zurück in sein Dorf zu kehren. Es ist ausgerechnet Risa, die ihn findet und in eine Höhle schleppt. Risa, die ihm zwar bereits das Leben rettete, als sie beide noch Kinder waren, die er jedoch seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Sein Leben ein weiteres Mal in ihren Händen zu wissen, erfüllt Jaro mit Angst, denn eines weiß er mit Sicherheit: Niemand bleibt so unschuldig und gut, wie er als Kind einst gewesen ist – schon gar nicht eine menschenfressende Dämonin der Nacht …

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12. November 2016 - 18:34

Kleiner Statusbericht

Liebe Leser,

 

hier kommt ein kleiner Statusbericht aus dem Hause Linger.

Gestern habe ich meine Zulassung für die Teilnahme mit einem eigenen Stand an der Leipziger Buchmesse 2017 im Briefkasten gehabt. Das heißt, dass ich nächstes Jahr zum ersten mal an allen Tagen dort sein und u.a. kräftig signieren werde.

Die Fortsetzung von Falaysia müsste dann auch so weit sein, dass ich zumindest eine Leseprobe zur Messe mitbringen kann. Eben diese Fortsetzung besitzt mittlerweile zumindest schon mal einen Arbeitstitel (Lyamar – Vergessene Welt) und einige Seiten an Ideen und anderen wichtigen Notizen.

Hauptsächlich beschäftige ich mich derzeit jedoch mit meiner neuen Reihe und schreibe fleißig am ersten Band ‘Diatar – Kind des Lichts’. Und genau von diesem Buch (das hoffentlich noch im Dezember erscheint) gibt es jetzt eine kleine Leseprobe. Viel Spaß damit und euch allen noch ein schönes Rest-Wochenende!

 

Leseprobe ‘Diatar – Kind des Lichts’

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12. November 2016 - 18:32

Leseprobe von Diatar – Kind des Lichts

Dämonenkind

 

 

 

Jaro hatte gewusst, was passieren würde, wenn der Husten schlimmer, das Pfeifen in seiner Brust auch für alle anderen hörbar wurde. Er hatte gesehen, wie sie Miyrta weggebracht hatten, kurz vor der Dämmerung, und ohne sie zurückgekehrt waren. Das war erst zwei Monate her und sie war wie alle anderen nie wiedergekommen. Ihre Mutter hatte geweint. Nicht vor den anderen Stammesmitgliedern, aber still und leise, hinter ihrer Hütte. Jaro hatte ihr eines seiner selbst geschnitzten Holzpferde geschenkt, weil Miyrta sie so gern gehabt hatte, aber ihre Mutter hatte es nicht gewollt, war schnell in ihre Hütte verschwunden. Jaro hatte das Pferdchen darauf zu der Lichtung gebracht, ganz nahe beim Dorf, wo die kleineren Kinder am Tage immer spielen durften, und es dort an Miyrtas Lieblingsbaum vergraben, in der Hoffnung, dass die Geister der Erde es zu ihr bringen würden.

Für ihn würde keiner etwas Derartiges tun. Er hatte nicht so viele Freunde. Keiner gab sich gern mit dem dünnsten, schwächlichsten Kind des Stammes ab; mit jemandem, der seit seiner Geburt jede Krankheit bekam, die das Dorf geißelte. Acht Jahre war er jetzt alt und in jedem dieser Jahre hatte es mindestens zweimal ein Shurto seinetwegen gegeben, eine Versammlung, in der die Ältesten die Geister der Natur anriefen, um ihren Rat zu erhalten, Heilung zu erbitten. Jedes Mal waren die Geister gnädig gewesen und einige hatten schon von einem Wunder gesprochen, weil sie Jaro derart oft eine Chance gaben, sein armseliges Leben weiterzuführen. Doch dieses Mal waren sie nicht auf seiner Seite gewesen.

Niemand hatte Jaro etwas gesagt. Er hatte mit seinem Fieber ringend auf seinem Schlaflager gelegen, als sein Vater von dem Gespräch mit den Domicias zurückgekehrt war. Die Abwesenheit der streichelnden Hand seiner Mutter hatte ihn aus seinem vernebelten Zustand gerissen, ihn ihr leise Weinen und die strengen Mahnungen des Vaters wahrnehmen lassen. Sie hatte ihn nicht noch einmal in den Arm nehmen dürfen. Sein Vater hatte das getan, weitaus weniger sanft und einfühlsam, hatte ihn aus dem Zelt und schließlich auch hinaus aus dem Dorf getragen.

Jaro wusste nicht genau, wie lange er mit ihm gelaufen war, als sie anhielten, weil er trotz seiner Angst und Trauer eingeschlafen war. Sein Körper war zu geschwächt, um in einen erregten Zustand zu geraten, sehnte sich ständig nach Ruhe … Schlaf.

„Jaro!“, sagte sein Vater in diesem strengen Ton, der ihm verriet, dass er kein Gejammer, keinen Widerspruch, keine Gegenwehr duldete. Er wiederholte seinen Namen ein paar Mal, aber erst als seine großen rauen Hände an Jaros Fingern zerrten, nahm er wahr, dass diese sich in sein Hemd gekrallt hatten, nicht loslassen wollten, obwohl er ihnen den Befehl dazu gab.

Doch Kertja, der Fischer war stark und geschickt. Er ging in die Knie und setzte Jaros Füße auf den Boden, löste die Hände seines Sohnes aus seinen Kleidern, obwohl er leise wimmerte, und erhob sich dann.

Jaro griff nicht wieder nach ihm, auch wenn seine Beine in greifbarer Nähe waren. Sein Verstand sagte ihm, dass er sich den Gesetzen ihrer Stammes zu fügen hatte, seine Brüder und Schwestern nicht durch seine Krankheit gefährden durfte. Die Geister des Waldes würde ihn aufnehmen. Vielleicht würde er erfrieren, bevor die Dämonen der Nacht kamen, um ihn zu holen. Oder er konnte selbst in den Fluss springen, dessen Rauschen bereits an seine Ohren drang.

Sein Vater hatte damit begonnen, das Stammesgebet aufzusagen, und Jaro gab dem Flehen seiner schwachen Beine nach, ließ sich im kühlen, feuchten Gras nieder und stimmte schließlich in das Gebet mit ein. Er summte es immer noch vor sich hin, als Kertja längst gegangen war; hielt sich an den uralten Worten fest, während die Kälte durch das dünne Hemd, das er trug, in seine Knochen drang, seinen ausgemergelten Körper erzittern ließ. Erst nach einer ganzen Weile erstarb seine Stimme und er sah wieder auf.

Sein Vater war ein großes Risiko eingegangen, indem er ihn so weit vom Dorf weggebracht hatte, denn die Dunkelheit kroch bereits durch die Äste der Büsche und Bäume um ihn herum. Er hatte ihn nahe an die Grenze der Dämonenwelt gebracht, obwohl das eigentlich verboten war. Warum wusste Jaro nicht, denn den Monandor den Körper eines Diatar zu überlassen, wurde zuhause mit dem Tode bestraft.

Jaros Angst wuchs nun doch, weil aus dem dunklen Wald die gruseligsten Geräusche kamen. Das Klappern seiner Zähne machte es schwer, herauszuhören, ob sich nur ein Tier durch das Dickicht bewegte oder etwas anderes, gefährlicheres und da Jaro im Dunkeln auch kaum etwas erkennen konnte, kniff er schließlich die Augen fest zusammen und presste sich die Hände auf die Ohren. Ein Husten kitzelte in seiner Brust und schon nach ein paar Sekunden konnte er es nicht mehr zurückhalten. Der Krampf schüttelte seinen ganzen Körper, seine Lunge brannte und rasselt und ihm wurde so schwindelig, dass er zur Seite kippte und erschöpft liegenblieb. Wenn die Dämonen in der Nähe waren, hatten sie ihn mit Sicherheit gehört und würden sich jeden Moment auf ihn stürzen. Es machte keinen Sinn sich zu wehren oder wegzulaufen. Sie waren viel zu stark und schnell und würden ihn mit ihren Nachtaugen in jedem Versteckt ausfindig machen.

Die Geräusche wurden deutlicher. Etwas oder jemand bewegte sich eindeutig durch den Wald. Jaro schluckte schwer und sein Herz donnerte gegen seine Rippen, ließ seinen Atem schneller werden und den Hustenreiz zurückkehren. Sein Verstand befahl ihm die Augen zu schließen, weil es besser war, das Monster, das ihn töten wollte, nicht auch noch vorher zu sehen. Aber er konnte es nicht, hielt sie stattdessen weit geöffnet, bis ein weiterer Hustenkrampf seinen Körper schüttelte.

Die Welt drehte sich für ein paar Minuten und Jaro verzog das Gesicht, presste die Lider zusammen, weil der brennende Schmerz in seiner Brust zu groß wurde. Erst als er wieder abebbte, konnte er die Augen öffnen und … erstarrte. Da waren Füße vor ihm. Kleine. Nicht größer als die seinen. Nackt. Sie mündeten in ein Paar dünner, blasser Beine und … Jaro schluckte schwer, als er den Blick weiter hinaufwandern ließ, in das Gesicht des Dämons. Doch das, was er sah, ließ ihn nicht schreien oder in Angststarre verfallen. Ganz im Gegenteil, seine Furcht wurde geringer, musste dem faszinierten Erstaunen weichen, das sich in ihm ausbreitete.

Vor ihm stand ein Mädchen, kein Monster. Ein Kind nicht viel jünger oder älter als er, gekleidet in abgewetzte Stoffe und Leder, ähnlich wie die Kleider, die sein eigenes Volk trug. Dennoch sah sie vollkommen anders aus als die Menschen seines Stammes. Ihr Haar glänzte im Mondlicht wie der silberne Schmuck der Domicias, ihre Haut war hell wie die kostbare Milch der Gita-Schafe, die es nur zu besonderen Festtagen gab. Und ihre Augen … ihre Augen strahlten in einem leuchtend hellen Blau, strahlender als jeder Kristall, den er jemals gesehen hatte.

Sie sagte etwas zu ihm, etwas in einer anderen Sprache, und auch ihre Stimme hatte nichts Furchterregendes an sich, obwohl er sich sicher war, eine Monandor vor sich zu haben. Sie war warm und hell … freundlich und ein wenig sorgenvoll. Genauso wie der Ausdruck in ihren faszinierenden Augen, als sie vor ihm in die Hocke ging und ihn genauer musterte.

Jaro stützte sich auf seinen Händen ab und setzte sich vorsichtig auf, ließ dabei das Mädchen nicht aus den Augen. Nicht aus Angst, sondern weil er nicht anders konnte. Da war dieser innere Zwang in ihm, ein starkes Drängen, eine ungesunde Neugierde. Er atmete nur ganz flach und stockend, als er seine Hand nach diesem seltsamen Wesen ausstreckte. Monandor durfte man nicht berühren. Niemals. Sie verhexten einen und das bedeutete den sicheren Tod. Doch er konnte nicht anders. Der Drang war zu groß, denn sie war zu schön, um tatsächlich zu existieren. Er musste sicher sein, dass sie keine Halluzination war.

Seine Finger trafen auf ihre Haut und für einen kleinen Moment setzten sein Atem und Herzschlag aus. Seidig weich und … warm! Kein kaltes Dämonenblut, keine Stacheln, keine spitzen Zähne, die nach ihm schnappten, keine Krallen, die ihm Haut und Fleisch von den Knochen rissen.

Sie gab ein Glucksen von sich, das wie ein Lachen klang, übermütig und wunderschön. Etwas, das er bisher nur selten in seinem Leben vernommen hatte und ganz tief in ihn drang, in seine Brust, sein Herz. Seine Mundwinkel bewegten sich, ohne sein Zutun. Etwas Befremdliches geschah in seinem Inneren, ließ ihn ein ganz ähnliches Geräusch ausstoßen wie sie zuvor.

„Risa“, sagte sie schließlich und wies auf ihre Brust.

Jaros Lippen bewegten sich ein paar Mal erfolglos, bis er endlich ein leises ‚Jaro‘ hervorbrachte.

„Jaro?“, wiederholte sie erstaunt und er nickte.

„Jaro“, sagte sie und wies lächelnd auf den Mond.

Er runzelte die Stirn. Sein Name bedeutete in der Tat Mond, aber so wie sie ihn aussprach, mit diesem leicht rollenden ‚R‘ hatte er ihn noch nie vernommen. Zudem erstaunte es ihn, dass die Monandor dasselbe Wort für den Mond verwendeten wie sein Volk.

„Risa“, wiederholte das Mädchen auch seinen Namen und wies auf eine kleine weiße Blüte ganz in der Nähe. „Risalora. Risa.“

Jaros Erstaunen wuchs. Rischalorel nannten seine Stammesmitglieder Blüten dieser Art. Er wollte ihr das sagen, doch leider packte ihn gerade in diesem Moment ein weiterer Hustenanfall, der ihn schmerzerfüllt das Gesicht verziehen ließ.

Die Augen des Mädchens bekam einen mitleidigen Ausdruck und erneut kamen Worte aus seinem Mund, die nicht so fremd klangen, wie er erst gedacht hatte. Diese Sprache … sie war der seinigen gar nicht unähnlich und wenn er sich nicht irrte, hatte das Dämonenkind ihn gerade gefragt, ob er fror. Er blinzelte verwirrt und nickte zaghaft, als es seine Frage noch einmal wiederholte. Risa sprach weiter. Er verstand Worte wie ‚zurück‘ und ‚nach Hause‘ und schüttelte dieses Mal den Kopf.

„Ich kann nicht“, sagte er und schämte sich nicht für das Brechen seiner Stimme und die Tränen, die sofort in seine Augen stiegen. Der Blick des Mädchens wurde noch mitleidiger und nur wenig später fand er sich in seinen Armen wieder. Sein Körper versteifte sich ganz automatisch und er riss entsetzt die Augen auf, doch ihm fehlte die Kraft sich gegen Risas erstaunlich kräftigen Griff zu wehren. Umarmungen kannte er nur von seiner Mutter. Niemals war jemand anderer ihm bisher so nahe gekommen und es fühlte sich befremdlich an, aber auch in gewisser Weise … schön. Tröstend. So war es für ihn schon beinahe schmerzhaft, als das Mädchen ihn wieder losließ und aufstand. Er wollte nicht, dass sie ihn verließ, ihn dem sicheren Tod überließ wie sein Vater es getan hatte.

Doch Risa schien das gar nicht vorzuhaben. Ihre blasse Hand streckte sich in seine Richtung aus, schwebte vor ihm in der Luft, bis er zugriff und sich von ihr auf die Beine helfen ließ. Sie waren zwar weich und zitterten wie der Rest seines geschwächten Körpers, doch sie trugen ihn, bewegten sich, als Risa zusammen mit ihm loslief. Wohin sie ihn führte, wusste er nicht. Er war noch nie in diesem Teil des Waldes gewesen, so nah am Reich der Dämonen. Kinder seines Stammes durften sich nie weit vom Dorf entfernen, zu groß war die Gefahr, dass ihnen etwas zustieß, oder die Monandor sie verschleppten. In seinem Fall spielte das jedoch keine Rolle mehr. Sein Stamm hatte ihn aufgegeben und der Tod war ihm gewiss. Da machte es keinen Sinn, darüber nachzugrübeln, was das Dämonenmädchen vorhatte oder wohin sie ihn brachte. Viel Zeit in der Welt der Lebenden blieb ihm ohnehin nicht mehr und es war besser jemanden in den letzten Stunden an der Seite zu haben als allein zu sterben. Risa nahm ihm seine Angst und dafür war er ihr unendlich dankbar.

Nach einer kleinen Weile vernahm er ein dumpfes Rauschen in seiner Nähe, wie … Wassermassen, die irgendwo hinabstürzten. Sein Vater hatte ihm mal von den Kitsar-Fällen erzählt, die am Rande des Dämonenlandes lagen. Er hatte sie nie gesehen, aber man erzählte sich in seinem Dorf furchtbare Geschichten über diesen Ort. Er wurde nachts von Monstern und Gespenstern heimgesucht, schlimmeren Wesen als den Monandor. Risa schienen diese Geschichten jedoch nicht bekannt zu sein, denn sie hielt weiter auf das Rauschen zu, lachte ihn sogar aufmunternd an, als sie sein Zögern bemerkte und zog ihn weiter mit sich mit.

Der Wald lichtete sich bereits und das Tosen des Wasserfalls war so laut geworden, dass es jedwedes andere Geräusch der Nacht übertönte, als Risa endlich anhielt und Jaro losließ. Sie ging vor einem Busch mit runden gelben Früchten in die Knie und begann diese in Eile zu pflücken. Jaro, dessen Beine mittlerweile nahezu um Ruhe flehten, plumpste neben ihr auf den Boden. Er hatte eigentlich sitzen bleiben wollen, doch sein Körper forderte mehr als das, ließ ihn zur Seite sinken und nach einem schmerzhaften Husten erschöpft die Augen schließen. Doch ihm war keine lange Ruhezeit vergönnt. Risa sagte etwas zu ihm und er schüttelte den Kopf, ohne die Augen zu öffnen, obwohl er kein Wort verstanden hatte. Er hörte, wie sie dichter an ihn heranrutschte und dann fühlte er, wie sie ihn auf den Rücken drehte. Nur wenig später wurde sein Hemd bis zu seinem Kinn hochgezogen und die kalte Waldluft traf auf seine nackte Haut, jagte einen unangenehmen Schauer durch seinen Körper. Seine Lider flogen auf und er starrte verblüfft in Risas Gesicht. Ein konzentrierter Ausdruck lag in ihren Augen, während sie die Früchte des Buschs zwischen ihren Händen zerquetschte und die Masse dann auf seine Brust tropfen ließ.

Jaro zuckte zusammen, doch das war alles an Regung, das er zustande brachte – selbst als Risa begann seine Brust mit der Fruchtmasse einzureiben und sich dabei eine erstaunliche Wärme und ein leichtes Brennen entwickelte. Er lag einfach nur da, mit weit aufgerissenen Augen und stockendem Atem und ließ alles über sich ergehen, ohne einen Ton von sich zu geben.

Risa hielt auf einmal inne und runzelte die Stirn. Ihre Augen ruhten auf einem bestimmten Punkt seiner Brust und als sie einen Finger dorthin brachte, wusste er schließlich, was sie entdeckt hatte: Die Tätowierung der Domicias. Seine Haut kribbelte, als Risas Finger den feinen Linien auf seiner Haut folgte. Dem Erstaunen in ihrem Gesicht war ein Ausdruck größter Verzückung und leichter Aufregung gefolgt. Sie griff in ihr Haar und warf es zu einer Seite auf ihren Rücken, um ihren Hals zu entblößen, und drehte dann ihren Kopf, sodass Jaro sehen konnte, was sich nur wenige Zentimeter unterhalb ihres Ohres befand: die Tätowierung einer Art Auge, dessen Iris zu einer Hälfte Sonne und zur anderen Mond war.

Jaros Herz machte einen kleinen Sprung und er setzte sich auf, berührte zaghaft ihre Tätowierung, so wie sie es zuvor bei ihm getan hatte. Das ganze war ihm unbegreiflich. Wie konnte eine Monandor dasselbe Zeichen wie er tragen? Beschützten die alten Geister auch Dämonenkinder? Denn das war es, was sein Vater ihm erzählt hatte, dass dies ein Zeichen der Gnade der alten Geister war.

Risa schien sich über die Entdeckung furchtbar zu freuen, denn sie lachte ihn an, beugte sich vor und drückte ihre Lippen auf seine Wange. Es war nur für den Hauch eines Augenblicks und dennoch hüpfte sein Herz ein wenig und in seinem Inneren wurde es ganz warm. Seine Lippen hoben sich und ganz tief in ihm regte sich das Bedürfnis, erneut ihre Arme um sich herum zu fühlen, ihr nahezukommen und zu vergessen, welch schlimme Dinge ihm noch bevorstanden.

Dieses Mal zog Risa ihn jedoch nicht in eine Umarmung. Sie ergriff stattdessen seine Hand und drückte sie auf ihr Herz, während ihre Finger sich auf das seine legten, über dem Hemd, das mit seinem Aufsetzen wieder hinuntergerutscht war.

„Wir kommen von demselben Ort“, sagte sie leise und dieses Mal verstand er jedes ihrer Worte, auch wenn sie immer noch fremd klangen.

Jaro nickte. Er wusste, dass sie recht hatte und es machte ihm Angst, ließ sein Herz schneller schlagen und die Wärme in seiner Brust abebben. Der Husten kam zurück, ließ sie beide nicht lange in ihrer seltsamen Pose verweilen. Risa rupfte schnell weitere Früchte von dem Busch neben ihnen und reichte sie Jaro, als er wieder zu Atem kam.

„Essen“, wies sie ihn an und begleitete das Wort mit einer entsprechenden Geste. „Das wird dir helfen. Es macht dich gesund.“

Jaro zögerte nicht lange und steckte sich die Früchte in den Mund. Sie waren bitter und hatten eine schleimige Konsistenz, doch bereits nach den ersten Bissen entfalteten sie auch in seinem Mund eine angenehme Wärme, die bis in seinen Rachen ausstrahlte. Das Zittern seines Körpers wurde geringer und er fühlte die Kälte der Nacht kaum noch. Er wollte sich bei Risa bedanken, doch das Mädchen wandte ihren Kopf plötzlich zur Seite und schien angespannt zu lauschen. Es dauerte einen Moment, bis Jaro ihr Verhalten verstand. Aus der Ferne waren plötzlich wieder Geräusche zu vernehmen: das Rascheln von Laub und Knacken von kleinen Ästen.

Das Dämonenkind war mit dem nächsten Atemzug auf den Beinen, packte Jaros Hände und zog ihn ebenfalls auf die Füße. Ihre nächsten Worte verstand er in all der Aufregung nicht mehr, doch das brauchte er auch nicht, denn sie zog ihn einfach wieder hinter sich her.

Jaro wollte protestieren, ihr sagen, dass es keinen Sinn machte, ihn zu retten, doch die Angst in den Augen des Mädchens ließ ihn willenlos hinter ihr her stolpern. Lange konnte er mit ihrem Tempo allerdings nicht mithalten. Sein Körper war trotz ihrer Behandlung mit den Früchten von der Krankheit zu geschwächt. Seine Lunge rasselte schon bald und seine Beine kamen den Befehlen seines Verstandes nicht mehr richtig nach. Er sank in die Knie und gab sich einem neuerlichen Hustenkrampf hin, der ihn schwindeln ließ.

„Komm! Komm!“, drängte eine Stimme neben ihm und Risa legte sich einen seiner Arme um ihre Schulter, packte ihn bei der Taille und brachte ihn damit wieder auf die Beine.

Sie waren nun langsamer als zuvor, aber Risa war stark, trug ihn halbwegs durch das felsige Gelände und drängte ihn immer wieder nicht aufzugeben, weiterzulaufen. Jaro wusste nicht, wieso er es tat, aber er folgte ihren Anweisungen, begann um das Leben zu ringen, das er bereits aufgegeben hatte, auch wenn er gar nicht wusste, wer sie verfolgte und ob er das Monandormädchen nicht in Gefahr brachte. Irgendwann erreichten sie eine Felswand und Jaro musste mit Staunen feststellen, dass sich zwischen ein paar Gebüschen und Efeuranken der Eingang zu einer versteckten Höhle befand.

Risa musste schon öfter hier gewesen sein, denn, nachdem sie Jaro geholfen hatte, sich auf einem mit Fellen ausgestatteten Lager niederzulassen, löste sie einen etwa zwei Hand großen Stein aus der Felswand, durch den sanftes Mondlicht in das Innere der Höhle fiel. Jaro sah sie erstaunt um. Es war eindeutig, dass sich jemand hier häuslich eingerichtet hatte. Es gab einen Schlafplatz, eine Feuerstelle und selbstgeschnitztes Kochgeschirr – sogar einen kleinen Hocker auf dem eine Decke lag.

Risa hob diese auf und legte sie Jaro um die Schultern. Sie war warm und weich und sie roch wundervoll nach Lavendel. Er atmete beglückt auf und sah das Mädchen vor sich dankbar an – bis es die Decke wieder öffnete und mit in sie hinein kroch, sich an ihn kuschelte und ihn festhielt. Jaro war erst erstarrt, begann sich aber schnell wieder zu entspannen, weil es nun erst richtig warm unter der Decke wurde. Dämonen waren nicht kalt und hart. Ganz im Gegenteil. Sie fühlten sich ausgesprochen gut an. Zumindest diese Dämonin und er war nicht willens, die Geborgenheit und Hilfe, die sie ihm zukommen ließ, aufzugeben, nur weil es ihn vielleicht irgendwann das Leben kosten konnte, ihr zu vertrauen. Ein Leben, das sein Stamm ohnehin weggeworfen hatte.

„Hier bist du sicher“, murmelte Risa an seiner Schulter und ihr Haar kitzelte seinen Hals. „Das ist mein Geheimversteck. Niemand wird uns hier finden.“

Er wollte sie fragen, wie sie die Höhle gefunden hatte, ob sie oft hier war, warum sie ihm half, aber leider kam nur ein kurzes Husten aus seiner Kehle.

Risa sah ihn an und lächelte. „Ich mach dich wieder gesund“, versprach sie ihm und seltsamerweise glaubte er ihr.

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14. October 2016 - 16:18

99 Cent Aktion für Callboy to Go!

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